Buddy-Nummer: Kerner, Hunold, Klatten und Kröger gründen Investorenklub

Dienstag, 12. Oktober 2010
Machen gemeinsame Sache: Kerner, Hunold, Klatten und Kröger (v.l.)
Machen gemeinsame Sache: Kerner, Hunold, Klatten und Kröger (v.l.)

Erfolgreiche Menschen zeichnen sich - auch - dadurch aus, dass sie mit gutem Gespür für lukrative Investments bereit sind, neue Wege einzuschlagen. Wenn Werner Klatten, Johannes B. Kerner, Joachim Hunold und Tonio Kröger jeweils 100.000 Euro in die Hand nehmen, um die United Professionals Agency (UPA) zu gründen, lässt das aufhorchen. Auch und gerade, weil sich hier Marketing- und Medien-Promis für ein privates Investment zusammengetan haben. Ziel von UPA ist nämlich die Beteiligung an Unternehmen aus dem Marketingbereich. Vier bis fünf Investments, berichtet die „FTD", will der „Klub der guten Freunde" in den nächsten drei Jahren über die Bühne bringen. Die Gründer der UPA sind bekannt, kurz zur Erinnerung: Werner Klatten hat nach Stationen bei Sat 1, Spiegel-Verlag und EMTV mit Constantin Medien ein, wie die „FTD" zu Recht schreibt, „respektables TV-Unternehmen" aufgebaut. Unternehmer Joachim Hunold hat Air-Berlin zur zweitgrößten Airline Deutschlands gemacht. Johannes B. Kerner war einmal Testimonial einer Air Berlin-Kampagne und ist einer der bekanntesten Moderatoren im Lande. Last but not least: Tonio Kröger erweckte als CEO von DDB  zusammen mit Kreativchef Amir Kassaei DDB Germany wieder zum Leben (Dafür wurden beide 2005 von der HORIZONT-Jury zu den Agenturmänner des Jahres gewählt).


Erstes UPA-Investment: der auf Athleten- und Promi-Vermarktung spezialisierte Hamburger Dienstleister People Brand Management. PBM betreut unter anderem Felix Magath, Arthur Abraham (beide HORIZONT-Sportbusiness-Preisträger), Miroslav Klose, Ralf Möller und - seit neuestem - Veronica Ferres. 75 Prozent halten die vier Investoren an dem kleinen Unternehmen seit kurzem, PBM-Chef und Co-Gründer Sven Müller hält die restlichen 25 Prozent. PBM-Mitgründer Sportfive und die Wölbern Group haben sich komplett aus PBM zurückgezogen.


Interessant ist das Engagement aus mehreren Gründen. Medienunternehmer Klatten ist Chef des Aufsichtsrates der Deutsche Sporthilfe. Aufgabe der renommierten Stiftung ist die Förderung von Spitzensportlern. Und Klatten muss aufpassen, Stiftungsmandat und UPA-Engagement nicht zu verquicken. Der „FTD" gab Klatten zu Protokoll: „Interessenkonflikt ist ein Thema, das sich in der Tat stellt." Die Frage des Interessenkonflikts stellt sich - bei oberflächlicher Betrachtung -  auch beim Engagement von Agenturchef Tonio Kröger. Zusammen mit Sportfive betreibt DDB Deutschland nämlich  die Junipergroup, ein Unternehmen, das sich laut Eigendarstellung auf „alternative Kommunikationslösungen mit den Schwerpunkten Sportmarketing, Kooperationen und Event-Marketing" spezialisiert hat. Auch PBM ist bis dato vor allen Dingen im Sportbusiness ein Begriff und versteht sich als „Agentur, die sich auf ganzheitliche Beratung und das Management von prominenten Persönlichkeiten aus dem Sport und Showbusiness spezialisiert hat." (PBM-Pressemitteilung) Mit dem Hinweis auf Sportbusiness im weitesten Sinne hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Überschneidungen und Konfliktfelder sind kaum auszumachen. Selbstverständnis und Businessmodelle sind unterschiedlich: Junipergroup kümmert sich um die Konzeption von Kommunikationsmaßnahmen im Sponsoringbereich, PBM vermittelt Promis und Sportler.


Für PBM und Sven Müller bietet das Investment in jedem Fall Chancen. Bislang aufgrund des Ex-Mitgesellschafters Sportfive vor allen Dingen als Athleten-Vermarkter  bekannt, soll die UPA-Beteiligung helfen, das Feld der Promi-Vermarktung auszuweiten und neu zu definieren. Müller gegenüber HORIZONT.NET: „Die neue Struktur verleiht uns größere Freiräume und vereinfacht die Weiterentwicklung unseres Geschäftsbereichs. Testimonial-Vermarktung steht erst am Anfang ihrer kreativen Möglichkeiten. Bislang hat den Werbeagenturen manchmal das kreative Know-how gefehlt, Prominente einzusetzen. Das wird sich aber ändern." Operativ, betont Sven Müller, werden die UPA-Investoren keine Rolle übernehmen. vs
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