Bruttowerbemarkt wächst um 3,3 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro

Dienstag, 17. April 2012
Audi treibt mit rund 30 Millionen Euro den Werbemarkt an
Audi treibt mit rund 30 Millionen Euro den Werbemarkt an


Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Trotz der weltweiten Unsicherheiten und der europäischen Schuldenkrisen haben die Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres in die Werbung investiert. Die Ausgaben der Werbungtreibenden stiegen im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro brutto.
Vor allem die Autobauer geben derzeit mächtig Gas. Audi, BMW und Co haben ihren Werbedruck um gut 29 Millionen Euro auf rund 402 Millionen Euro erhöht. Damit lösten die PKW-Bauer die Handelsorganisationen als werbestärkste Branche ab. Die Händler haben in den ersten drei Monaten mit 340 Millionen Euro rund 30 Prozent weniger investiert.

Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Allerdings agiert die Branche ingesamt sehr unterschiedlich. Penny etwa hat den Werbedruck um rund 46 Prozent erhöht. 35,1 Millionen Euro hat die Rewe-Tochter bis März investiert. Lidl hält in den ersten drei Monaten seine Spendings mit 50,3 Millionen Euro nahezu stabil. Doch es geht auch anders. Discount-Primus Aldi reduziert weiter kräftig. 48,2 Millionen bedeuten ein Minus von rund 42 Prozent. Doch es geht noch härter. Media-Saturn hat mit 58 Millionen Euro seine Investments im ersten Quartal nahezu halbiert. Allerdings glaubt Nielsenchef Ludger Wibbelt, dass die Talsohle im Handel erreicht sein könnte. „Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele werden sich die Händler als Promotionanlass nicht entgehen lassen."

Und davon könnten auch die Printmedien profitieren. Sie büßten insgesamt rund 82 Millionen Euro an Werbegeldern ein. Besonders die Tageszeitungen leiden unter dem Liebesentzug des Handels.  Nur drei Beispiele. Aldi investiert bis März rund 34 Millionen weniger, Edeka  knapp 25 Millionen und Netto - im vergangenen Jahr noch eine der großen Stützen bei den Tageszeitungen  - reduziert um 22,4 Millionen Euro. Gesamtumsätze bei den Tageszeitungen von 1,2 Milliarden Euro bedeuten zwar immer noch Platz zwei im Medienranking. Mit einem Minus von 3,8 Prozent allerdings setzt sich die Talfahrt bei den täglichen Blättern weiter fort. Kaum besser läuft es bei den Publikumstiteln mit 842 Millionen Euro und einem Minus von 3,7 Prozent. Die Fachzeitschriften kommen mit einem Minus von 0,8 Prozent noch relativ glimpflich davon. Die höchten Einbußen im ersten Quartal musste allerdings Out of Home hinnehmen (minus 4,2 Prozent).

Stärkster Kanal bleibt weiterhin TV. Die Sender können sich in den ersten drei Monaten über Einbuchungen von rund 2,6 Milliarden Euro freuen, auf Bruttobasis. Das ist ein Plus 7,7 Prozent.  Das reicht aber nicht für den Spitzenplatz bei den stärksten Zuwächsen. Hier ist erneut Online mit einem Plus von 14,6 Prozent die Nummer  1.  Rund 612 Millionen Euro haben die Unternehmen in den ersten drei Monaten in die digitalen Kanäle investiert. Zu den positiven Überraschungen des ersten Quartals 2012 gehört Radio. Oft geschmäht, gewinnt das Abverkaufsmedium in den Strategien der Unternehmen weiter an Bedeutung. 347 Millionen entsprechen einem Plus von 6,6 Prozent. Positiv verläuft das Jahr bisher auch für die Kinowerbung. Um 4,3 Prozent legen die Lichtspielhäuser zu. mir
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