Bruttowerbemarkt: Weder euphorisch noch bedrohlich

Mittwoch, 13. Juni 2012
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Das Wachstumstempo des Bruttowerbemarkts ist konstant und bleibt damit hinter dem des Vorjahres zurück. Von Januar bis Mai stiegen die Bruttowerbeausgaben laut Nielsen im Vergleich zum selben Zeitraum 2011 um 2,3 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Das entspricht genau der Wachstumsrate, die schon beim Vergleich der Monate Januar bis April 2011/2012 herauskam.

Nielsen: Die 10 größten Werbungtreibenden bis Mai 2012

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Im Gesamtjahr 2011 waren die Spendings der Unternehmen um 3,5 Prozent gestiegen. Der Werbemarkt muss also noch deutlich zulegen, um das Wachstum von 2011 zu erreichen. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf den sportlichen Großereignissen Fußball-Europameisterschaft und Olympische Sommerspiele in London. Im Mai investierten die Werbungtreibenden 2,3 Milliarden Euro brutto.

Beim Blick auf die verschiedenen Mediengattungen ergibt sich ein differenzierteres Bild. Die klassischen Medien verzeichnen ein Plus von 2,3 Prozent, besonders gut sieht es mit 16,4 Prozent Zuwachs fürs Internet aus. Gebeutelt sind dagegen Zeitschriften (minus 3,7 Prozent) und Zeitungen (minus 6,2 Prozent). Die Zahlen stehen in deutlicher Diskrepanz zu einer Umfrage von "Horizont" unter Agenturmanagern, die im 2. Quartal eine deutliche Abschwächung der Konjunktur beobachten und dem Werbemarkt für das Gesamtjahr bestenfalls eine Stagnation prognostizieren. Print hat demnach gar einen zweistelligen Rückgang zu erwarten ("Horizont" 23/2012).

Nielsen: Bruttowerbeeinnahmen der Above-the-Line-Medien Januar bis Mai 2012

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Beim Handel sieht es aus Werbersicht weiterhin mau aus. Media-Saturn und Aldi haben offenbar nicht die Absicht, ihre Werbeausgaben noch auf Vorjahresniveau zu bringen. Die Elektrofachmarktkette liegt ein knappes Drittel hinter ihren Aufwendungen von Januar bis Mai 2011 zurück. Der Lebensmittel-Discounter gab mit bislang 81,7 Millionen Euro brutto gar 37 Prozent weniger aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit hat sich Aldi noch nicht wieder in den Top 10 der Werbungtreibenden zurückgemeldet. Dagegen tritt das weltgrößte werbende Unternehmen wieder forscher auf. Zu Beginn des Jahres noch weit hinter den Erwartungen liegend, investierte Procter & Gamble (P&G) im vergangenen Monat rund 39 Millionen Euro und steigerte seine Werbeausgaben in den ersten fünf Monaten um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 192 Millionen Euro. Der Konsumgüterriese führt das Ranking der Top-Werber in Deutschland unangefochten vor Unilever (154 Millionen Euro) und L'Oréal (148 Millionen) an. fo
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