Brüssel nimmt schnelle Autos ins Visier

Freitag, 22. Juni 2007

Das EU-Parlament schlägt in einem aktuellen Entwurf zur CO2-Reduktion ein Verkaufsverbot von schnellen Autos vor - und zugleich weitere Auflagen für die Pkw-Werbung. Das Papier des Umweltausschusses fordert, dass ab 2013 nur noch Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 162 Stundenkilometer in der EU verkauft werden dürfen. Zugleich schlägt der britische EU-Abgeordnete Chris Davies in dem Entwurf vor, dass künftig mindestens 20 Prozent der Fläche von Neuwagenwerbung für Hinweise auf den CO2-Ausstoß reserviert sein sollen. Diese Auflage soll für klassische Werbung, aber auch für Verkaufsliteratur und den Point of Sale gelten. Warnhinweise auf Zigarettenpackungen seien hierfür ein "hilfreiches Beispiel", so das Papier weiter. Die Abgeordneten werden voraussichtlich im November über den Forderungskatalog abstimmen.

Der Zentralverband der deutschen Werberwirtschaft (ZAW) schätzt den Verlust an Werbeeinnahmen aus der Autowerbung durch ein eventuelles Verkaufsverbot auf rund 1 Milliarde Euro brutto. Auch die Ausdehnung der Pflichtangaben kritisiert der Verband. "Bereits heute ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß in gleicher Größe wie die Hauptwerbeaussage abzudrucken sind", so ein ZAW-Sprecher. jh

Meist gelesen
stats