Brauereien erwarten Wachstum bei Biermixgetränken

Montag, 11. Juni 2007
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Brauerei Bierkonsum Biermixgetränk KPMG Deutschland


Obwohl der Bierkonsum der Deutschen im WM-Jahr 2006 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 116 Litern (Vorjahr 115 Liter) erstmals seit 12 Jahren wieder angestiegen ist, blicken die hiesigen Brauereien überwiegend pessimistisch in die Zukunft. Angesichts des zunehmenden Verdrängungswettbewerbs gehen neun von zehn Brauereien davon aus, dass ihr Bierabsatz in den kommenden fünf Jahren weiter zurückgehen oder stagnieren wird. Das geht aus einer Umfrage der Berliner Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unter 231 Brauereien mit einem Bierausstoß von über 50.000 Hektolitern hervor. Während beim Klassiker Pils bis 2012 ein Absatzrückgang um rund vier Prozent erwartet wird, sehen die Brauereien bei Biermischgetränken (plus sechs Prozent), Weizenbier und alkoholfreien oder -reduzierten Bieren (jeweils plus drei Prozent) noch Wachstumspotenzial.

Nahezu die gesamte Branche erwartet zudem ein Wachstum bei Bio-Produkten. "Nur wenigen starken Marken gelingt es, dem erheblichen Preisdruck zu widerstehen, der sich aus Überkapazitäten und der Verhandlungsmacht des Lebensmitteleinzelhandels ergibt", sagt Reiner Klinz, Brauerei-Fachmann bei KPMG. Wer auf Dauer überleben wolle, solle nicht nur sein Markenprofil schärfen, sondern auch echte Getränkeinnovationen entwickeln. "Hier ist noch mehr Phantasie gefragt", so Klinz.

Nach Einschätzung der Brauereien wird die Marktkonzentration in Deutschland weiter zunehmen. Jede vierte (24 Prozent) zieht in Betracht, eine andere Brauerei oder Marke zu kaufen. 77 Prozent sind der Überzeugung, dass internationale Braukonzerne weiterhin deutsche Brauereien kaufen werden. mas

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