BrandZ-Markenranking: Apple ist die wertvollste Marke der Welt

Montag, 09. Mai 2011
Spitzenreiter: Apple-Chef Steve Jobs
Spitzenreiter: Apple-Chef Steve Jobs

Steve Jobs hat es geschafft. Mit einem Markenwert von 153,3 Milliarden US-Dollar ist Apple die wertvollste Marke der Welt. Damit verdrängt das Unternehmen aus Cupertino erstmals Google an der Spitze des BrandZ Markenwertranking von Millward Brown. Vier Mal hintereinander war der Suchmaschinengigant an der Spitze der Top 100 Marken gestanden, die das Markforschungsunternehmen zum sechsten Mal ermittelt hat. Wie im vergangenen Jahr haben sich sieben deutsche Labels  platzieren können: Deutsche Telekom, SAP, BMW, Mercedes, Porsche, Siemens und Aldi.
Die Top-10-Marken der Welt (Zum Vergrößern bitte klicken!)
Die Top-10-Marken der Welt (Zum Vergrößern bitte klicken!)
Der Gesamtwert aller 100 im Ranking aufgeführten Marken liegt 2011 bei knapp 2,4 Billionen US-Dollar. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von rund 17 Prozent. "Unternehmen, die über starke Marken verfügen, sind in der Lage, Krisenzeiten am schnellsten zu überstehen. Also sind sie es auch, die sich in der Aufschwung-Phase von 2010 am besten erholt haben", erklärt Bernd Büchner, Deutschlandchef von Millward Brown. Der Erfolg von Apple kommt dennoch nicht überraschend.  Die erfolgreichen Launches von iPhone und iPad zahlen sich ebenso aus, wie das ständige Basteln am Mythos der Marke. Gegenüber dem Vorjahr legt Apple beim Markenwert um 70 Milliarden Dollar zu. Das ist ein Plus von 84 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2006 wird die Erfolgsgeschichte noch deutlicher sichtbar. Hier beträgt das Wachstum sagenhafte 859 Prozent.

Die deutschen Marken (Zum Vergrößern bitte klicken!)
Die deutschen Marken (Zum Vergrößern bitte klicken!)
Der Wert von Google hingegen nimmt im Vergleich zu 2010 um zwei Prozent auf 111,4 Milliarden Euro ab. Von einer Krise zu sprechen, wäre verführt. Aber trotz des erfolgreichen Android-Systems schwächelt die Marke. Firmenchef Larry Page muss gegensteuern, will er einen weiteren Abstieg verhindern. "Wer sich als Unternehmen ausschließlich über Produkte und technische Innovationen definiert, geht ein großes Risiko ein. Eine Marke muss heutzutage einfach mehr bieten, um nachhaltig erfolgreich zu sein", rät denn auch Büchner. Beispiele wie das geht, gibt es im Ranking genug. Etwa die Nummer drei, IBM, mit seiner „Smarter Planet“-Strategie. "IBM ist wieder zeitgemäß, modern und als Marke faszinierend", erklärt Büchner. Oder etwa GE

Ohnehin dominieren erneut die Technologiemarken. Etwa ein Drittel aller Brands stammen aus dem Technosektor. Zusammen erzielen sie die Hälfte des Gesamtwerts aller Marken. So gehört auch das Abschneiden von Facebook zu den großen Überraschungen. Dass der Social-Media-Plattform der Sprung unter die Top 100 gelingen würde, war zu erwarten.  Doch ein Wachstum von 246 Prozent auf 19,1 Milliarden US-Dollar kommt einer Sensation gleich. Die zweithöchste Wertsteigerung gelang der chinesischen Suchmaschine Baidu mit 141 Prozent. Der Marktführer in China ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich allmählich Brands aus den Emerging Markets ihren Platz in der Welt erobern. Mittlerweile stammt fast jede fünfte Marke aus den Schwellenländern. 2006 war es gerade mal eine. Das Ranking erzählt noch weitere Geschichten. Etwa den dramatischen Abstieg von Nokia. Das ehemalige finnische Vorzeigeunternehmen büßte erneut 28 Prozent an Wert ein und rutscht um 38 Plätze ab.  Das toppen etwa nur noch die Santander Bank mit einem Abstieg um 46 Plätze, Nintendo mit einem Verlust von 47 Plätzen und die Bank of America mit einem Minus von 55.

Aus Deutschland haben sieben Marken den Sprung in den Top-100-Club geschafft. Zwar legen alle beim Wert zu, allerdings können sich nur die Telekom als Neuling und Siemens in den Platzierungen verbessern. So profitiert die Magenta-Truppe aus Bonn vor allem davon, dass sie die Subbrands T-Mobile, T-Online und T-Systems unter dem "T" bündeln. Das Wiedererstarken von Siemens hingegen zeugt davon, dass der Industriekoloss aus München seine Schmiergeldaffäre weit hinter sich gelassen hat. Das weltweit steigende Interesse an Windkraft- und Stromnetzen dürfte den Markenwert weiter ansteigen lassen.

Ähnliches gilt für die Automobilindustrie. Hier muss zwar BMW im Branchenranking wieder Toyota vorbeiziehen lassen. Die Japaner schaffen das Kunststück, trotz der immensen Rückrufaktion, beim Markenwert zuzulegen, was zum einem am globalen Erfolg des Prius und zum anderen an erfolgreichen Modelllaunches in Indien liegen könnte. Dennoch dürfte vor allem bei Mercedes-Benz eitler Sonnenschein herrschen. Mit einem Wertzuwachs von 12 Prozent wachsen die Stuttgarter am zweitstärksten in der Branche.

Dagegen müssen VW und Audi weiterhin vor den Toren des Top-Clubs parken. Gleiches gilt für Nivea, trotz des fünften Platz in der Körperpflege-Branche. Nicht viel besser ergeht es Adidas mit dem sechsten Platz im Bekleidungssektor, Lidl auf dem 15. Platz der wertvollsten Einzelhändler und der Allianz auf Platz 4 bei den Versicherungen. Die Deutsche Bank taucht dagegen nicht einmal unter den Top 20 der Bankenbranche auf.

Das alles mus nicht so bleiben. Mit einer weiteren Internationalisierung und konsequenten Investionen in die Marke ist hier durchaus weiteres Wachstum möglich. Wie es geht, zeigt Steve Jobs. mir
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