Blur & Co suchen Gehör im digitalen Musikgeschäft

Mittwoch, 11. März 2009
Die Britpoper von Blur wollen mehr Geld aus dem Netz
Die Britpoper von Blur wollen mehr Geld aus dem Netz

Auf der Insel kündigt sich eine Musikrevolution an - aber keine musikalische: Britische Musiker formieren sich im Kampf um eine bessere Verwertung ihrer digitalen Musikrechte. Namhafte Interpreten und Bands wie Radiohead, Blur und Robbie Williams kommen heute zum ersten Treffen der sogenannten  Featured Artists Coalition (FAC) zusammen, die den Musikern im digitalen Musikgeschäft künftig mehr Gehör verschaffen und nicht alles den Plattenfirmen überlassen soll. Konkret geht es den Musikern darum, ein faires Entlohnungsmodell für Musik im Internet durchzusetzen. Anstoßpunkt ist weniger das leidige Thema der Raubkopien, sondern mehr das unentgeltliche Einstellen von Musik auf Portalen wie Youtube und Co. In dem Zusammenhang fühlen sich die Interpreten von ihren Labels nicht ausreichend vertreten. Angeführt wird die Musiker-Koalition von dem englischen Sänger und Songwriter Billy Bragg sowie dem Blur-Schlagzeuger David Rowntree.

Für Zündstoff sorgte jüngst Google. Der Suchmaschinengigant hatte sich nach gescheiterten Lizenzverhandlungen dazu entschlossen, die Musikvideos auf seiner Videoplattform Youtube für britische Nutzer zu sperren. In einem Artikel des Guardian-Forums „Comment is free" bezeichnet Billy Bragg YouTubes Entscheidung als „eine gänzliche Illustration jenes Machtwechsels, der sich in der Musikindustrie im Laufe der letzten zehn Jahre vollzogen hat". Er betont auch, dass die FAC keine Union von Popstars sei, sondern eine kampagnenführende Organisation, die versuche, eine faire Bezahlung im Tausch für einen weit ausgedehnten Zugang zu erhalten. mh
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