Billiger.de bestätigt Telekom-Einstieg und greift im stationären Handel an

Dienstag, 14. April 2009
Will im stationären Handel angreifen: Billiger.de-Chef Lars Bauer
Will im stationären Handel angreifen: Billiger.de-Chef Lars Bauer

Das Preisvergleichsportal Billiger.de hat einen neuen Großaktionär. Wie Geschäftsführer Lars Bauer im Gespräch mit HORIZONT.NET erklärt, ist die Telekom-Tochter DeTeMedien mit 25,1 Prozent bei der Billiger.de-Dachgesellschaft, der Solute Holding GmbH, eingestiegen. Der Deal wurde bereits vom Bundeskartellamt genehmigt. "Damit ist DeTeMedien der größte Anteilseigner", so Bauer weiter. Mit dem Einstieg der hundertprozentigen Telekom-Tochter verschieben sich die Besitzverhältnisse bei Billiger.de erneut. Erst im Februar hatte ein Konsortium aus elf Verzeichnis-Verlagen das Preisvergleichsportal von der Pro-Sieben-Sat-1-Tochter SevenOne Intermedia übernommen - dem Vernehmen nach sollen mehr als 10 Millionen Euro geflossen sein. Der Anteil der 11 neuen Gesellschafter, die als Mitglieder des aus rund 100 Verlagen bestehenden Konsortiums die Verzeichnisse "DasTelefonbuch", "DasÖrtliche" und "GelbeSeiten" gemeinsam mit DeTeMedien herausgeben, reduziert sich damit auf 74,9 Prozent.

Billiger.de bandelt mit Verzeichnis-Verlagen an
Billiger.de bandelt mit Verzeichnis-Verlagen an
Bauer, der im Februar zum Vorsitzenden der Billiger.de-Geschäftsführung aufgestiegen war, hofft, die Marktposition des Preisvergleichsportals mit den neuen Gesellschaftern im Rücken weiter stärken zu können. Während es den Verlagen darum gehen dürfte, mit dem E-Commerce-Portal ihre Position im Internet auszubauen und technische Synergien zu realisieren, will Bauer vor allem von der "ausgeprägten Vertriebsstruktur" der Verzeichnis-Verlage profitieren. Die Idee: Mithilfe der Verlage könnte das bislang auf den Versandhandel beschränkte Angebot von Billiger.de auf den stationären Handel ausgedehnt werden. "Das ist unsere große Vision", schwärmt Bauer.

Auch im werblichen Bereich sieht der Manager Synergien. Derzeit werden Möglichkeiten ausgelotet, wie das Printportfolio der Verlage sowie Beteiligungen an Radiosendern  genutzt werden können, um für Billiger.de zu werben.  TV-Spots, wie sie es in den vergangenen Jahren gab, sind nach dem Ausstieg von Pro Sieben Sat 1 aber nicht mehr geplant. "Wir konzentrieren uns verstärkt auf das Internet und dort insbesondere auf performance-basierte Werbung", so Bauer. mas
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