Bertelsmann macht mit Sanierung der deutschen Buchclubs ernst / Sommer beerbt Wittenberg

Mittwoch, 15. Dezember 2004

Bertelsmann gibt bei der Neuausrichtung seiner nach wie vor defizitären deutschen Buchclubs Gas. Um die traditionsreiche Unternehmenssparte auf Kurs zu bringen, setzen die Gütersloher nun verstärkt auf die Erfahrungen und Geschäftsmodelle ihres französischen Ablegers France Loisirs. Ziel der Maßnahme ist es, die "Expertise des in Struktur und Größe vergleichbaren französischen Clubs für den Turnaround des deutschen Geschäftes zu nutzen", so das Unternehmen. Der Modernisierungsprozess in Deutschland solle mit den Erfolgsrezepten aus Frankreich weiter beschleunigt werden, heißt es.

So will der Club Bertelsmann seinen Mitgliedern künftig unter anderem mehr exklusive Programmhighlights und klar erkennbare Preisvorteile bieten als bislang und zudem die Modernisierung der deutschen Ladenkette zügig vorantreiben. Außerdem sollen Synergien zwischen den Clubgeschäften zu Effizienzsteigerungen sowie weiteren Kostensenkungen beitragen. Der deutsche Club soll auf diesem Wege innerhalb der kommenden zwei Jahre die Trendwende bei Umsatz, Mitglieder und Ergebnis erreichen.

Der Strategiewechsel hat auch Auswirkungen auf die Führungsebene. So wird Marc-Oliver Sommer, seit 1998 Geschäftsführer des französischen Buchclubs France Loisirs und Mitglied des Vorstandes der Direct Group Bertelsmann, ab sofort in Ergänzung seiner jetzigen Aufgabe die Funktion des Geschäftsführers von Der Club Bertelsmann sowie aller deutschsprachigen Geschäfte übernehmen. Der bisherige Geschäftsführer Rainer Wittenberg wird innerhalb der Direct Group Bertelsmann die Entwicklung neuer Märkte verantworten, insbesondere in Osteuropa. Die Direct Group Bertelsmann hatte für das 1. Halbjahr 2004 erneut negative Zahlen gemeldet. So ging der Umsatz im Jahresvergleich leicht auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück. Der operative Verlust lag bei 16 Millionen Euro. mas
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