Beiersdorf macht ernst und trennt sich von weiteren Kosmetikmarken

Montag, 20. Dezember 2010
Juvena und ...
Juvena und ...

Die Portfolio-Bereinigung schreitet zügig voran. Wenige Tage, nachdem Beiersdorf das Aus von Nivea Make-up verkündet hat, trennt sich der Hamburger Konsumgüterkonzern von zwei weiteren Kosmetikmarken. Juvena und Marlies Möller, die zur Schweizer La-Prairie-Gruppe, gehören, werden von dem österreichischen Unternehmen Troll Cosmetics übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf ist Teil des kürzlich beschlossenen Maßnahmen- und Investitionspakets, mit dem der Konzern wieder den Wachstumsmotor anschmeißen will. Unter dem Motto „Focus on Skin Care. Closer to markets" will der Nivea-Produzent sich auf die Kernkompetenz „Hautpflege" konzentrieren und Ladenhüter aussortieren. Derzeit wird das komplette Portfolio daraufhin untersucht, welche Marken und Produkte der neuen Strategie gerecht werden. Gerüchte um einen Juvena-Verkauf gab es bereits im Herbst.

... Marlies Möller werden von dem österreichischen Unternehmen Troll Cosmetics übernommen
... Marlies Möller werden von dem österreichischen Unternehmen Troll Cosmetics übernommen
„Durch die Veräußerung beider Marken kann Beiersdorf die Ressourcen im selektiven Hautpflegemarkt stärker bündeln und die globale Premium-Hautpflegemarke La Prairie gezielt weiterentwickeln"kommentiert Thomas-B. Quaas, Vorstandsvorsitzender von Beiersdorf. Sowohl die selektive Hautpflegemarke Juvena als auch die Haarpflegemarke Marlies Möller werden hauptsächlich in Europa vertrieben.

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung vor wenigen Tagen hatte Beiersdorf bereits bekanntgegeben, mit Nivea aus der dekorativen Kosmetik auszusteigen - zumindest in Deutschland. Die anderen Ländergesellschaften prüfen die Option.

Die Neu-Ausrichtung des Portfolios sowie der Konzernstrukturen kostet Beiersdorf bis zum Geschäftsjahr 2012 geschätzte 270 Millionen Euro, davon werden etwa 120 Millionen voraussichtlich bereits im laufenden Jahr anfallen. Das drückt auf die Zahlen: So erwartet der Konzern eine EBIT-Umsatzrendite von nur noch 9 statt wie bisher angenommen 11 Prozent. Das Umsatzwachstum wird bei 2 bis 3 Prozent liegen. In der vorherigen Prognose ging das Unternehmen noch von 3 Prozent aus. mh
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