"Be Berlin" fällt bei Hauptstädtern durch

Mittwoch, 02. April 2008
Die Berliner können mit den Plakaten für ihre Stadt offenbar nichts anfangen
Die Berliner können mit den Plakaten für ihre Stadt offenbar nichts anfangen

Erst handelten sich die Macher der Hauptstadtkampagne Plagiatsvorwürfe aus der Berliner Kreativszene ein - und jetzt auch noch das: Der jüngst vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit präsentierte Auftritt mit dem Slogan "Be Berlin" kommt bei den Bürgern gar nicht gut an, wie eine Forsa-Umfrage zeigt. 60 Prozent der Hauptstädter finden die Kampagne schlecht, nur 34 Prozent gut, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der "Berliner Zeitung".

Das Votum der Berliner ist besonders bedenklich, weil sie selbst im Mittelpunkt der Marketing-Maßnahme stehen: Der Auftritt rund um die Website www.sei.berlin.de will mit Erfolgsgeschichten aus der Hauptstadt zunächst die Identifikation der Bürger mit der Metropole fördern. Zum Tourismusmotor soll der Auftritt, für den 2008 und 2009 jeweils 5 Millionen Euro im Haushalt bereitstehen, erst in einer späteren Phase werden.

Doch Sympathie erntet das Konzept laut der Umfrage am ehesten bei jungen Leuten bis zum 30. Lebensjahr: 56 Prozent von ihnen geben an, die Kampagne sei gut. In allen anderen Altersgruppen finden zwei Drittel der Befragten das Stadtmarketing misslungen.

Und das, obwohl eine deutliche Mehrheit die Imagepflege für die Hauptstadt prinzipiell für nötig hält: 60 Prozent der Berliner sind der Meinung, Werbung für ihre Stadt sei notwendig. Für die Studie hat Forsa kurz nach der öffentlichen Präsentation der Kampagne Mitte März ingesamt 1000 Berliner befragt.

Das negative Votum der Bürger dürfte auch den beteiligten Dienstleistern wenig Freude bereiten. Den Zuschlag für Konzeption und Kreation der Kampagne, die auch klassische Elemente wie Plakate und TV-Spots umfasst, erhielt die Berliner Agentur Embassy. Von der ebenfalls in der Hauptstadt ansässigen Agentur We do stammen kreative Elemente wie die Schlagzeilenmechanik. Im Bereich Kommunikationsdesign gewann Fuenfwerken Design, ebenfalls aus Berlin.

  Zum umfangreichen Agenturpool der Kampagne zählen außerdem OMD (Mediaplanung) sowie Code Couture, A&B Face2Net und Jovoto (Internetauftritt). Ferner sind das Institute of Electronic-Business (Interaktive Medien) sowie die Kleinunpläcking Markenberatung (Strategie) beteiligt.
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