Banken hinken bei Kundenbindungssystemen hinterher

Montag, 03. Dezember 2001

Deutsche Banken zeigen sich bei Treueprogrammen bislang eher zögerlich. Damit lassen sich die Geldinstitute entscheidende Wettbewerbsvorteile entgehen. Darauf weist die internationale Management- und Technologieberatung Booz-Allen & Hamilton hin. Gleichzeitig mahnen die Berater zur Eile. "Wer jetzt nicht dabei ist, wird später auf einem schnell übersättigten Markt nur schwer Fuß fassen können", warnt Christoph Lüer, Prinzipal im Münchner Büro von Booz-Allen & Hamilton.

Nach Überzeugung der Berater sind verschiedene Modelle denkbar. Als ein Beispiel nennen sie die Kooperation der Bayrischen Landesbank mit der Lufthansa und ihrem "Miles & More"-Programm. Nachdem die Fluglinie die Bank ins Boot geholt hatte und jeder Kreditkartenkauf mit Flugmeilen belohnt wird, verdoppelten sich die Umsätze mit Karte.

Ein hauseigenes Bonusprogramm betreibt die UBS, die unter anderem für Kreditkartennutzung und Spareinlagen Bonuspunkte vergibt, die beispielsweise für Zinsboni eingelöst werden können. Ob Bankleistungen als Treueprämien aber einen emotionalen Reiz auslösen, ist aus Sicht der Berater eher fraglich. Sinnvoller sei es daher, Kooperationspartner zu finden, die die Bonuspunkte gegen attraktive Prämien eintauschen.
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