Baden-Württemberg-Kampagne verärgert Politiker Sachsen-Anhalts

Freitag, 30. September 2011
Der Stein des Anstoßes
Der Stein des Anstoßes

Die neue Werbekampagne von Baden-Württemberg (Kreation: Zum Goldenen Hirschen) sorgt für Ärger. Anfang der Woche erschien in überregionalen Zeitungen das Motiv "In Sachsen-Anhalt steht man früher auf. Bei uns bleibt dafür niemand sitzen." Der provokative Slogan - der das Motto des ostdeutschen Bundeslandes aufs Korn nimmt - hat bei den Politikern in Sachsen-Anhalt für Unmut gesorgt. "Dass man 20 Jahre nach der Deutsche Einheit noch mit Sprüchen der Marke ‚Die Blöden im Osten’ wirbt, ist ein intellektuelles Armutszeugnis für Baden-Württemberg“, erklärte SPD-Fraktionschefin Katrin Budde fassungslos auf N24. Insbesondere das Thema Sitzenbleiben gefällt den Politikern nicht, denn einer Studie zufolge bleiben sieben Prozent der Sekundarschüler sitzen. „Das in einer Kampagne gegen uns zu verwenden, ist die Arroganz der Reichen, die aus dem Vollen schöpfen können“, so Budde weiter.

Baden-Württemberg ist bereits bekannt für selbstironische und plakative Werbeslogans wie: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“. Der neue Spruch zielt allerdings auf den Claim Sachsen-Anhalts ab: „Wir stehen früher auf“. Diesen wählten die Landesväter einst aufgrund einer Studie, die belegt, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich überdurchschnittlich früh aufstehen.

Allerdings sehen nicht alle Politiker den Claim als Angriff. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht in dem Werbeslogan Baden-Württembergs eher ein Zeichen von Respekt. „Wenn einen die achtgrößte Volkswirtschaft Europas beim Werben um Fachkräfte mit einbezieht, ist das doch ein Zeichen, dass man uns auf Augenhöhe begegnet. “Auch in Baden-Württemberg kann man den Ärger nicht verstehen. Das Sitzenbleiben wäre nicht auf Sachsen-Anhalt bezogen und die Ostdeutschen könnten sich doch freuen. „Im Grund ist es die Veredelung jeder Kampagne, wenn sie von einer anderen Kampagne auf die Schippe genommen wird. Für Sachsen-Anhalt ist das doch pure Werbung“, sagt Rudi Hoogvliet, Sprecher der Landesregierung Baden-Württemberg. hor
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