Bach auf dem iPad: Der schräge Adventsgruß der Deutschen Telekom

Montag, 10. Dezember 2012
Die Telekom-Weihnachtskarte (Zum Vergrößern bitte klicken!)
Die Telekom-Weihnachtskarte (Zum Vergrößern bitte klicken!)

Das Weihnachtsoratorium gilt als eines der populärsten Werke Johann Sebastian Bachs und wird derzeit in den Konzertsälen der Republik hoch und runtergespielt. Passend zur Adventszeit hat die Deutsche Telekom die Komposition des berühmten Barock-Komponisten jetzt auch für ihre Werbung entdeckt. Eingefleischten Bach-Fans dürften sich beim Betrachten des TV-Spots allerdings die Nackenhaare aufstellen. Denn anstelle von Orgel, Violine und Fagott ist das "Orchester" mit iPads und iPhones ausgerüstet.


Immerhin: Das Berliner DigiEnsemble, das für die Deutsche Telekom das "Smart Concert" eingespielt hat, wird in dem von Markenfilm, Wedel, produzierten TV-Spot von einem echten Dirigenten instruiert. Auch die Gesangseinlage des Tenors ist echt. Instrumente sucht man bei dem eigentümlichen Orchester allerdings vergeblich. Stattdessen fingern die "Musiker" umständlich auf Tablets und Smartphones herum, die kurzerhand zu Orgel, Pauke und Oboe umfunktioniert wurden.

Auch wenn das "Smart Concert" auf den ersten Blick etwas skurril erscheint, fügt sich der Spot nahtlos in die aktuelle Werbestrategie der Telekom ein. "Wir wünschen Ihnen einen schönen 2. Advent. Mit dem besten Netz", teilt der Konzern am Ende des 45-Sekünders mit - und spannt damit den Bogen zu den vielen anderen Werbemaßnahmen, die ebenfalls die gute Qualität des Telekom-Mobilfunknetzes in den Mittelpunkt stellen. So hat das Unternehmen seine  LTE-Werbeoffensive erst kürzlich anlässlich des Sieges beim Netz-Test der Zeitschrift "Conncect" mit einer Printkampagne ergänzt.  Auch das Projekt "Move On", bei dem Verbraucher an einem Spielfilm mitwirken konnten, zielte unter anderem darauf ab, die laut Unternehmensangaben "grenzenlosen Möglichkeiten" aufzuzeigen, die das Telekom-Netz Nutzern von Smartphones und E-Tablets bietet. Mit dem auf digitalen Geräten eingespielten Weihnachtsoratorium fügt die Telekom diesen Möglichkeiten jetzt eine weitere hinzu.

In den Genuss des "Smart Concerts" kommen nicht nur die Zuschauer der Sender Sat 1 und ZDF, auf denen Mediacom den Spot in der Adventszeit schaltet. Auch die Empfänger der von Grimm Gallun Holtappels in Hamburg kreierten  Weihnachtskarte, die der Bonner Konzern in diesem Jahr an seine Stakeholder verschickt, können sich das digitale Konzert anschauen, sofern sie sich eine Augmented-Reality-App auf ihr Smartphone oder Tablet herunterladen und dann mit der Kamera den AR-Code abfotografieren. Angestoßen hat das Projekt offenbar Telekom-Chef René Obermann höchtselbst, der damit die Innovationskraft der Deutschen Telekom unter Beweis stellen will. Für die Umsetzung zeichnete Hans-Christian Schwingen, Leiter Markenstrategie und Marketing Kommunikation, verantwortlich. mas
Meist gelesen
stats