BUND attackiert Autobauer

Mittwoch, 19. April 2006

Der Berliner Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft den deutschen Autoherstellern vor, spritsparenden Modellen und Technologien im Marketing nicht genügend Beachtung zu schenken. Umweltaspekte spielen laut einer Analyse des Verbands in der Pkw-Werbung nur eine untergeordnete Rolle - im Vordergrund stünden hingegen Kernbotschaften wie Geschwindigkeit, Abenteuer und Sportlichkeit.

Für die Studie haben die Umweltlobbyisten sämtliche Anzeigen deutscher Hersteller des vergangenen Jahres aus den Magazinen "Stern" und "Spiegel" ausgewertet. Das Ergebnis:

Nur in 4 Prozent aller Fälle zählen Umwelt und Sparsamkeit zu den Werbebotschaften. Außerdem sei der durchschnittliche Verbrauch der Pkw, für die geworben wurde, mit rund neun Litern auf 100 Kilometer relativ hoch.

Für den Verband ist die Studie eine Steilvorlage, um Kommunikation und Produktpolitik der untersuchten Hersteller BMW, VW, Opel, Ford, Audi, Porsche und Mercedes an den Pranger zu stellen. "Die Kreativ-Chefs in Hamburg und anderswo sind enttäuschend einfallslos", poltert BUND-Sprecher Norbert Franck und fordert ein Umsteuern in der Werbestrategie. "Nicht "Freude am Fahren", sondern "Freude am Sparen" ist die Botschaft für die Autos von morgen", sagt Franck unter Anspielung auf den Claim des bayerischen Autobauers BMW. jh

Mehr zu diesem Thema in der Ausgabe 16/2006 von HORIZONT, die 20. April erscheint.




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