BP reagiert auf negative Meldungen mit Werbeentzug

Mittwoch, 25. Mai 2005

BP soll nach Informationen des US-Branchendienstes "Adage" Anzeigen aus Medien zurückziehen, wenn diese Negativberichte über den Ölkonzern bringen. "Adage" liegt angeblich eine Kopie einer Notiz der für BP tätigen Mediaagentur Mindshare vor. Darin enthalten sei die Anordnung von fünf Richtlinien für BPs Werbepolitik. Der Ölkonzern folgt damit dem Beispiel des Finanzdienstleister Morgan Stanley, der aus Printmedien Werbeanzeigen automatisch zurückzieht, wenn die jeweilige Ausgabe eine Negativmeldung über das Unternehmen enthält.

Die Anordnungen verlangen angeblich unter anderem, dass Printmedien die Werbeagentur vor Veröffentlichung eines Artikels, der die Stichwörter Treibstoff, Rohöl oder Energie beinhaltet, in Kenntnis setzen. Weiter behält sich der Ölriese das Recht vor Anzeigen, konsequenzlos zurückziehen zu können. Sollte das Medium die Werbeagentur nicht rechtzeitig vor Veröffentlichung in Kenntnis setzen, wird das mit einer sofortigen Werbesperre bestraft. Eine Sprecherin von Mindshare wollte die Angelegenheit nicht kommentieren. Bei BP will man auf Anfrage von "Adage" nichts von einer solchen Werbepolitik gehört haben. kj
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