Autoindustrie: Kaufpläne steigen, Awareness sinkt

Donnerstag, 29. November 2007
VW liegt bei der Kaufpräferenz an der Spitze
VW liegt bei der Kaufpräferenz an der Spitze

Gute Nachricht für die von Absatzschwäche geplagte Autoindustrie: Die Zahl der kurz- und mittelfristigen Kaufpläne steigt wieder - dies zeigt der aktuelle Pkw-Monitor aus dem ADAC Verlag. Offenbar von der positiven konjunkturellen Lage motiviert, beabsichtigen ein Fünftel der rund 4000 Befragten eine Anschaffung innerhalb der kommenden zwei Jahre - fast 3 Prozentpunkte mehr als noch Ende 2006.Immerhin 8,2 Prozent wollen sogar in den nächsten 12 Monaten einen Neuwagen erwerben.

Eine gute Chance, von dem Aufwärtstrend zu profitieren, haben vor allem zwei Volumenhersteller: Der Wolfsburger Autobauer VW - mit 17,2 Prozent bei der Kaufpräferenz immer noch Spitze - sowie Konkurrent Opel in Rüsselsheim. Die General-Motors-Tochter legt stark zu und wird von 11,6 Prozent der Befragten bevorzugt.

Animiert von der Klimadiskussion zieht ein wachsender Teil der Kaufinteressenten dabei ein Fahrzeug mit alternativer Antriebsform in Erwägung. Ein Hybridauto präferieren mittlerweile 5,3 Prozent, bei Erdgasfahrzeugen sind es 3,3 Prozent. Rund die Hälfte der Befragten äußern zudem die Absicht, beim nächsten Kauf auf ein Auto mit geringerem CO2-Ausstoß umzusteigen.

Die Studie und ihr Macher

Seit 14 Jahren gibt der ADAC-Verlag in München die Studie Pkw-Monitor zu aktuellen Trends auf dem Automarkt heraus. Entwickelt und betreut wird die zweimal im Jahr erscheinende Untersuchung von Christian Krause, 59, Leiter Marketing und Mediaservice beim ADAC Verlag. Der aktuelle Pkw-Monitor 2007/1 wude im Juli 2007 durch Gfk-Panel Services in Nürnberg erhoben. Befragt wurden rund 4000 Autofahrer und Mitglieder des Automobilclubs ADAC. Bei der Entwicklung der Image-Befragung hat der Verlag mit dem Mannheimer Marktforschungsinstitut Sigma zusammengearbeitet.

Die Studie zeigt allerdings auch negative Entwicklungen für die Hersteller auf: Der Werbe-Recall, wie der gesamte Pkw-Monitor im Juli erhoben, zeigt über alle Brands hinweg deutliche Verluste bei der erzeugten Aufmerksamkeit. Unter den in- und ausländischen Marken, die über größere Mediapower verfügen, kann einzig und allein Audi seine Awareness im Vergleich zum Jahresende 2006 stabil halten.

Überraschend dabei: Selbst Toyota (minus 1,4 Prozent) und Widersacher VW (minus 4) müssen herbe Rückgänge einstecken. Und das obwohl sich die Wettbewerber im Frühjahr mit teuren Offensiven für Auris und Golf ein Duell auf deutschen Plakatwänden geliefert hatten. Ein Aufwand, der bei den Verbrauchern offenbar schnell wieder in Vergessenheit geriet.

Europas größter Autobauer aus Wolfsburg bleibt mit einem Anteil von 21,1 Prozent dennoch die Nummer 1 in Sachen Werbe-Recall. Auf den weiteren Plätzen folgen Audi (20,2), Mercedes (20,2), BMW (16,2) sowie der französische Hersteller Citroen mit 14,9 Prozent.

Mehr zu diesem Thema in HORIZONT-Ausgabe 48/2007 vom 29. November.
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