Ausgedient: Testimonials, die 2013 reif für die Rente sind

von HORIZONT Online
Freitag, 14. Dezember 2012
Manche Testimonials haben ihren Zenit überschritten
Manche Testimonials haben ihren Zenit überschritten

Werbepartnerschaften zwischen Prominenten und Marken waren schon immer für beide Seiten ein profitables Geschäft. Aber auch hier gibt es keine Erfolgsgarantien. Einige Markenbotschafter wissen den Zeitpunkt für einen Rücktritt aus der Werbewelt rechtzeitig abzupassen. Andere werben so lange für die verschiedensten Produkte, bis ihre Glaubwürdigkeit endgültig heruntergewirtschaftet ist. HORIZONT.NET hat zum Jahresende auf die Testimonials von 2012 zurückgeblickt und rät sieben Werbepromis - unter anderen Heidi Klum, Michael Ballack und Gina Lisa Lohfink - im kommenden Jahr in Rente zu gehen. Günther Jauch zeigt wie es richtig geht: Obwohl er bis heute in Rankings eines der beliebtesten Testimonials Deutschlands ist, hat sich Jauch bereits im vergangenen Jahr offiziell und endgültig aus dem Werbegeschäft zurückgezogen.

Einige Prominente täten gut daran, es Jauch gleich zu tun. Denn 2012 hat auch gezeigt, wie sich mit frischen Gesichtern interessante und markenrelevante Geschichten erzählen lassen. Die Bandbreite reicht hier von Fußball-Star Lionel Messi (Sky, Turkish Airline) über Kraftprotz Patrick Baboumian (Tesa) bis hin zu Formel-1-Pilot Jenson Button (Hugo Boss, Vodafone). Von Carina Berg

Die Beiträge zu den Testimonials finden Sie auf den folgenden Seiten.

Michael Ballack

Der ehemalige Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft Michael Ballack wirbt schon seit mehreren Jahren für das Online-Reiseportal Ab-in-den-Urlaub. Bereits im Sommer 2011, kurz bevor der in die Jahre gekommene Mittelfeldspieler endgültig aus der der Nationalmannschaft ausschied, war der Slogan "Ab in den Urlaub" wegen seiner Doppeldeutigkeit zumindest suboptimal. Der jetzt erlassene Haftbefehl gegen die Geschäftsführung des Portalinhabers Unister mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung sollte endgültig das Ende der Werbepartnerschaft besiegeln. Denn Ballack dürfte von den Negativschlagzeilen und TV-Berichten über Unister alles andere als profitieren.

Dieter Bohlen

Dieter Bohlen hat sich als scharfzüngiger Richter von Castingshows ein Image als harter Kerl erarbeitet. In seinen Werbeauftritten ist davon wenig zu spüren. Zuletzt ließ sich der Musikproduzent in TV-Spots für VHV Versicherungen von einem Auto anfahren und ein Toupet vom Kopf angeln. Die Marke mag davon profitieren, doch der Markenbotschafter beschädigt damit letztlich seine eigene Persönlichkeit und damit seine immer noch florierende Karriere. Höchste Zeit für ein ausgedehntes Werbe-Sabbatical.

Heidi Klum

Heidi Klum hat schon für Schwarzkopf, Katjes, McDonald's und Coca-Cola geworben. Damit wird das Topmodel trotz seiner unbestrittenen Prominenz immer mehr zum austauschbaren Gesicht, das für jedes Produkt stehen könnte, aber für keines wirklich glaubwürdig ist. Wer auf jeder Hochzeit mittanzen will, ist eben nirgendwo wirklich präsent.

Boris Becker

Der ehemalige Tennisprofis Boris Becker trat schon bei seinem Debut-Spot für AOL als liebenswerter Otto-Normal-Verbraucher auf die Werbebühne. Im Jahre 1999 war das ein erfrischendes Gegengewicht zu Beckers Image als hart kämpfender und erhgeiziger Sportler. Inzwischen ist Becker nicht mehr Sport- sondern nur noch Werbeprofi und in dieser Rolle nicht mehr unbedingt liebenswert zu nennen. Dass ihn Mercedes in seinem diesjährigen Spot auf die Straße setzt, sollte die Tennislegende als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

Reiner Calmund

Der ehemalige Fußball-Manager Reiner Calmund ist nie zu überhören und schon gar nicht zu übersehen. Unverständlich ist allerdings sein Bezug zu den Marken, für die er wirbt. Aufgrund welcher Kompetenzen er in den TV-Spots des Internetportals Fluege.de und des Modehändlers Adler zu sehen ist, wurde in diesem Werbejahr nicht klar und bleibt wohl auch in Zukunft fraglich.

Gina Lisa Lohfink

Gina Lisa hatte als ehemalige Top-Model-Kandidatin keinen schlechten Start im TV. Als Testimonial rutschte sie jedoch schnell in die Kategorie "billig". Nach ihren diesjährigen Auftritten für Beate Uhse und Redcoon steht zu befürchten, dass auch in Zukunft mit einer Besserung nicht zu rechnen ist.

Heiner Lauterbach

Der Schauspieler Heiner Lauterbach hat als Testimonial nichts wirklich falsch gemacht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass seine Werbeauftritte der Zielgruppe auch tatsächlich in Erinnerung geblieben wären. Unterhaltungswert sucht man bei seinen Auftritten vergeblich. Ein Schauspieler, der wie Lauterbach in seinem Werbeauftritt für das italienische Designermöbel-Unternehmen "Who's perfect" so wenig von seinem Handwerk zeigt, sollte dringend über einen Karrierewechsel nachdenken.

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