Aus und vorbei: Kowalsky-Brüder verlassen Bionade

Donnerstag, 02. Februar 2012
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Eine bessere Welt hatte Bionade zuletzt in der Werbung versprochen. Für Peter und Stefan Kowalsky ist diese jetzt endgültig zerbrochen. Die beiden Bionade-Gründer haben ihr Unternehmen verlassen. Die restlichen Kowalsky-Anteile übernimmt Radeberger. Die Oetker-Tochter hatte bereits im Herbst 2009 70 Prozent an Bionade gesichert. Die Ökobrause ist endgültig im Milliardenreich des Bielefelder Konzerns verankert. 
Peter Kowalsky
Peter Kowalsky
Seine Unschuld hatte das Szenegetränk allerdings schon vorher verloren. 2008 hatte Bionade mit einer saftigen Preiserhöhung viele Kunden verprellt. Mit der Expansion in die USA verhob sich das Unternehmen zusätzlich. Zuletzt nahm mancher Kunde den Verkauf an einen Großkonzern den Kowalsky-Brüdern übel. Daran ändern auch nichts angebliche Putschversuche, bei denen die beiden Brüder versucht haben sollen, Bionade über eine Genossenschaft wieder zurückzukaufen, wie das Handelsblatt heute berichtet. Jahrelang hatte Bionade zuvor den Umschmeichelungen von Coca-Cola widerstanden, schuf die Legende vom aufrechten Mittelständler, der sich den Konzernen widersetzt und auf das schnelle Geld pfeift. Das und die Ökolimonade lockte die Kunden und machte aus Bionade ein Kultprodukt.

Zahlreiche Auszeichnungen heimsten die Kowalskys für ihre Marketingstory ein. 2007 etwa zeichnet HORIZONT Peter Kowalsky als "Mann des Jahres" aus. Das Mittelstandsmagazin "Markt und Mittelstand" kürt Bionade im gleichen Jahr zur "Marke im Mittelstand".  2009 gibt es zudem den ADC-Award als Kunde des Jahres. Am Ende bleibt außer dem Ruhm vergangener Tage, dass die beiden Brüder eine der erfolgreichsten Produktinovationen in der Branche geschaffen haben, die auch ohne die beiden Brüder weiterleben wird. Zum Wohle Oetkers und vielleicht auch für eine bessere Welt. mir
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