Aus Minus mach Plus: Zenith Optimedia sagt Deutschland steigende Werbespendings voraus

Montag, 19. Juli 2010
Nicole Prüsse rechnet für den deutschen Markt mit einem Plus von 2 Prozent
Nicole Prüsse rechnet für den deutschen Markt mit einem Plus von 2 Prozent

Zum dritten Mal in Folge hebt Zenith Optimedia seine Vorhersagen über die Entwicklung der weltweiten Werbeausgaben in diesem Jahr an. Da der internationale Werbemarkt auf Erholungskurs sei, werden die globalen Spendings 2010 um 3,5 Prozent zulegen. Im April ging die Agenturgruppe noch von einem Wachstum in Höhe von 2,2 Prozent aus. Vor allem die Märkte in Nordamerika und Westeuropa würden stärker als bislang erwartet anziehen, so dass Zenith Optimedia hier inzwischen von einem Wachstum der Werbeausgaben in Höhe von 1,3 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent ausgeht. Im April wurde Nordamerika noch ein Rückgang von 1,5 Prozent prognostiziert. Für Westeuropa ging man damals nur von einem leichten Plus von 0,4 Prozent aus. Insgesamt dürften diese Zahlen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich diese Märkte langsamer als die meisten anderen Regionen weltweit von der Finanz- und Wirtschaftskrise erholen werden.

Während die Werbeausgaben in Nordamerika, Westeuropa und Japan mit einem durchschnittlichen Plus von 1,3 Prozent in diesem Jahr ansteigen werden, boomt es laut Prognose von Zenith Optimedia in den anderen Regionen mit einer Wachstumsrate von 8,6 Prozent. Und dieser Trend werde sich auch in den kommenden Jahren noch fortsetzen. Bis 2012 geht die Mediatochter von Publicis von einem weltweiten Anstieg der Werbeinvestitionen von 5,3 Prozent aus.

Doch auch in Deutschland sei das erste Halbjahr besser als zunächst erwartet verlaufen. Deshalb rechnet Nicole Prüsse, CEO der Düsseldorfer Vivaki-Gruppe, zu der auch Zenith Optimedia gehört, "für die deutschen Werbemarkt mit einem Plus von zwei Prozent". Anfang April war Zenith Optimedia noch von einem Minus von 1,4 Prozent ausgegangen.

Die Vorhersage des weltweiten Werbegeschehens bezieht auch die Entwicklung der einzelnen Mediengattungen mit ein. Sowohl das Internet als auch TV seien weiter auf Erfolgskurs. In Deutschland werden die TV-Spendings in diesem Jahr um 5,2 Prozent steigen. Weltweit werden die TV-Gelder bis 2012 einen Gesamtanteil von 40,8 Prozent erreichen. Bis dahin werden wiederum die Werbeausgaben in die Online-Medien 17 Prozent der weltweiten Ad-Spendings ausmachen. Davon werden über die Hälfte in das Suchmaschinen-Marketing fließen. Auf Display-Werbung werden 30 Prozent entfallen. Die größten Wachstumsraten erwarten die Experten von Zenith Optimedia aber bei Social Media. Bis 2012 werden ihrer Prognose zufolge die Werbekanäle jährlich um 30,2 Prozent zulegen. Zusammen mit Mobile soll der Anteil von Social Media an den Online-Spenings aber mit 8 Prozent relativ klein bleiben. ejej
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