Auch Warsteiner kehrt dem Brauer-Bund den Rücken

Dienstag, 18. Dezember 2007
Der Deutsche Brauer-Bund leidet unter Mitgliederschwund
Der Deutsche Brauer-Bund leidet unter Mitgliederschwund

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) kommt nicht zur Ruhe: Nach Krombacher und Oettinger hat auch Warsteiner den Ausstieg aus der Vereinigung bekannt gegeben. Die inhabergeführte Brauerei hat ihre Mitgliedschaft im Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien, einem der Landesverbände des DBB, ordentlich zum 31.12.2008 gekündigt. Warsteiner bemängelt unter anderem die Vertretung durch den DBB im Europäischen Brauer-Bund, die "keine besondere Effektivität" habe. Kritik übt das Unternehmen wie seine Mitbewerber auch an den Verbandsstrukturen, beispielsweise die Aufsplittung in sechs unterschiedliche Landesverbände. So sei die Fortführung der Mitgliedschaft bereits 2004 an eine "notwendige Optimierung" geknüpft gewesen. Diese sieht Warsteiner als unzureichend erfüllt.

Warsteiner steigt aus dem DBB aus
Warsteiner steigt aus dem DBB aus
"Wir halten es für sinnvoll und geboten, alle zur Verfügung stehenden Mittel personeller und materieller Art zu konzentrieren: Den deutschen Brauereien und Brauereigruppen sollte eine direkte Mitgliedschaft bei der Bundesvertretung aller deutschen Brauereien ermöglicht werden", erläutert Albert Cramer, geschäftsführender Gesellschafter der Warsteiner Brauerei, das Anliegen der Gruppe. "So könnte endlich eine fruchtbringende Repräsentation der gemeinsamen Interessen gegenüber Regierung und Politik als auch gegenüber der Öffentlichkeit gewährleistet werden."

Vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Verdrängungswettbewerbes mit anderen Produkten fordert die Brauerei zudem eine generische Produktwerbung für Bier. Cramer: "Wir sind überzeugt, dass eine gemeinschaftliche Kreativ-Kampagne jenseits der jeweils eigenen Markenkommunikation noch viel Potenzial im täglichen Substitutionswettbewerb mit anderen Getränken haben könnte". mh

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