Atome als Schauspieler: IBM dreht den kleinsten Film aller Zeiten

Donnerstag, 02. Mai 2013
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Es gibt Filme, da muss man nur etwas genauer hinschauen, um die Nuancen der Darstellerkunst zu identifizieren, und es gibt Filme, da braucht man ein auf -265 Grad abgekühltes Elektronenmikroskop um die Handlung auf der 45 mal 25 Nanometer breiten Bühne sichtbar zu machen. Doch "A boy and his Atom: The world's smallest film" ist mehr als nur ein Spaßprojekt der Forschungsabteilung von IBM. Der Software- und Beratungskonzern wirbt mit dem Projekt auch für seine überlegene Datenspeichertechnologie. Das Projekt, das zusammen mit Ogilvy & Mather Nordamerika entwickelt wurde, ist aus Forschungstechnologien für ein zentrales Wachstumsfeld des US-Konzerns abgeleitet. IBM vermarktet Software-Lösungen und Cloud-Dienstleistungen, deren Effektivität wesentlich von der Verfügbarkeit schneller und zuverlässiger Datenspeicher abhängt. Mit dem Mikroskop, das bei dem Film zum Einsatz kam, wies ein IBM-Forschungsteam aus Nanophysikern im vergangenen Jahr nach, dass schon 12 Atome genügen, um eine Dateninformation zu speichern.

Während derartige Erfolge für Wissenschaftler äußerst faszinierend sein können, sind sie für das breite Publikum und die IT-Entscheider in den Unternehmen zu abstrakt, um der Marke IBM einen echten Kompetenzgewinn zu verschaffen. Der von dem IBM-Team in zehn Tagen mit insgesamt 245 Einstellungen gedrehte Film liefert die nötige emotional erlebbare Inszenierung der dafür nötigen wissenschaftlichen Leistung. Schon jetzt ist klar, dass der Film ein echter Publikumserfolg ist. Die rund 1-minütige Geschichte von einem Jungen,der mit seinem Ball spielt, wurde in den ersten zwei Tagen seit seiner Freischaltung schon von 1,3 Millionen Menschen auf Youtube gesehen und von Guiness Book of World Records als kleinster Film der Welt ausgezeichnet. cam

Für Mobil-Nutzer, anbei der Link zum Youtube-Video: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=oSCX78-8-q0

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