Atomdebatte: Die Grünen schalten Anzeigen für den Ausstieg

Freitag, 11. Juli 2008
Das Motiv wird in der Tagespresse geschaltet
Das Motiv wird in der Tagespresse geschaltet

Die Debatte um Klimawandel und steigende Energiepreise hat den Befürwortern der eigentlich schon längst abgeschriebenen Kernenergie in den vergangenen Monaten ein wahres Comeback beschert. Gegen das Image der vermeintlich sauberen, weil CO2-armen Atomkraft richtet sich nun eine von Frontfrau Renate Künast angeschobene Kampagne von Bündnis 90/Die Grünen. Die Bundestagsfraktion der Partei, die den von der rot-grünen Regierung in der vergangenen Legislaturperiode beschlossenen Atomausstieg angeschoben hatte und angesichts eindeutiger Signale aus der Union nun ihr Werk in Gefahr sieht, will den Atomkraftbefürwortern ab diesem Wochenende mit Anzeigen den Wind aus den Segeln nehmen. Die von der Berliner Agentur Goldfisch kreierten Motive werden in Titeln wie "Süddeutsche Zeitung", "Frankfurter Rundschau", "Taz" und "Tagesspiegel" geschaltet. Außerdem kommen Werbebanner auf Spiegel Online zum Einsatz.

"Wir wollen mit der Atom-Lüge Schluss machen", erklärt ein Sprecher der Bundestagsfraktion gegenüber HORIZONT.NET. Auf den Anzeigen wollen die Grünen daher nicht nur ihre traditionellen Argumente gegen Atomstrom vorbringen. "Wir gehen auch ganz konkret auf die aktuelle Argumentation der Atomkraftlobby ein", so der Sprecher weiter.

Die Anzeigenschaltungen sind nur ein Baustein der geplanten Informationskampagne. So sind unter anderem auch Informationsveranstaltungen in Regionen geplant, die in unmittelbarer Nähe eines Reaktors liegen. Dazu sollen auch die Landesverbände der Partei involviert werden.
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