Arcor nach Otelo-Kauf mit Zweimarken-Strategie

Dienstag, 06. April 1999

Nach dem Kauf von Konkurrent Otelo wird Mannesmann Arcor eine Zwei-Markenstrategie verfolgen. Ziel: die Optimierung der weiteren Markteroberung. "Eins und eins ist in diesem Fall mehr als zwei", sagte Harald Stöber, Vorstandsvorsitzender von Mannesmann Arcor, anläßlich der Unterzeichnung des Vertrages in Düsseldorf. Mit der Investition – Kaufpreis: 2,25 Milliarden Mark – könne Arcor sein "geplantes Wachstum wesentlich beschleunigen und die Marktposition als führender privater Wettbewerber zielstrebig weiter ausbauen". Dabei soll die Marke Otelo auch in Zukunft als eigenständiges Unternehmen am Markt auftreten. Mit dieser "Zwei-Markenstrategie" soll es nach Ansicht Ströbels künftig möglich sein, "einzelne Kundensegmente noch zielgerichteter anzusprechen und unsere Vertriebswege weiter zu optimieren". Die Otelo-Übernahme schließt auch den Online-Dienst Germany.Net ein. Die 100prozentige Otelo-Tochter zählt nach eigenen Angaben über 600.000 Kunden und bietet einen kostenlosen Basis-Zugang zum Internet. Noch ungeklärt ist, was mit dem vermutlich rund 150 Millionen Mark schweren Kommunikationsetat von Otelo geschehen soll. Ebenfalls keine Auskunft konnte der neue Riese am Telekommunikationsmarkt, der für 1999 einen Umsatz von über 3 Milliarden Mark anstrebt, über die künftigen Investitionen machen – Otelo wollte rund 7 Milliarden Mark bis 2005 einsetzen, Arcor plante bis 2001 rund 4 Milliarden Mark zu investieren. Unterdessen hat die ehemalige Otelo-Mitbesitzerin Veba angekündigt, über ein "verstärktes Engagement im Mobilfunkbereich nachzudenken". Zum einen könnte der Düsseldorfer Stromkonzern seinen Anteil (30,125 Prozent) am vom Otelo-Verkauf ausgeschlossenen Mobilfunknetz E-Plus erhöhen – Mitinhaber Vodafone will seinen Anteil von 17 Prozent verkaufen. Zum anderen könnte die Veba-Beteiligung von 17,5 Prozent an der französischen Mobilfunkgesellschaft Bouygues aufgestockt werden.
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