Apple vs. Apfelkind: Weltkonzern streitet mit Bonner Café um Markenrechte

Mittwoch, 26. Oktober 2011
An diesem Logo stößt sich Apple (Quelle: Apfel-Kind.de)
An diesem Logo stößt sich Apple (Quelle: Apfel-Kind.de)


Dass Apple sich wenig zimperlich zeigt, wenn es vermeintlich oder tatsächlich seine Markenrechte bedroht sieht, ist hinlänglich bekannt. So bekamen schon die Konkurrenten Samsung und HTC wegen Patentverletzungen vor Gericht den Zorn des kalifornischen Superstars zu spüren. Doch mit der aktuellen Beschwerde kämpft Apple eine ungleiche Schlacht: Der Weltkonzern hat sich mit einem Bonner Café angelegt - wegen angeblicher Verwechslungsgefahr des Logos.
Die Besitzerin Christin Römer hatte sich für ihr kleines Geschäft "Apfelkind" in der Bonner Südstadt ein Logo überlegt, das die Silhouette eines Kindes in einem roten Apfel zeigt. Den Entwurf meldete sie beim Patent- und Markenamt in München als Wort-Bild-Marke an. Wie die "Welt" berichtet, bekam Römer im September Post von einem Anwalt, der sich als juristischer Beistand der Firma Apple ausgab und gleich zur Sache kam: "Nach unserer Einschätzung besteht eindeutig eine Verwechslungsgefahr zwischen dem überragend bekannten Apfel-Logo unserer Mandantin und der Wort/Bildmarke Ihrer Mandantin."

Als Kompromiss schlug der Anwalt Römer vor, den Begriff "Apfelkind" sowie das Logo nur für Gebäck, Getränke, Süßspeisen und das Restaurant zu verwenden. Zeichnungen, Aufkleber, Spielzeug, Taschen, Geldbörsen, Schaufenster- sowie Werbetexte sollten das Label jedoch nicht tragen dürfen. Römer hatte eine von Apple auf Ende September festgelegte Frist verstreichen lassen und Widerspruch eingelegt. Apple äußert sich zu der Angelegenheit nicht.

Gegenüber HORIZONT.NET sagt Römer, dass sie sich ein kleines Schmunzeln angesichts Apples Vorwürfe nicht verkneifen konnte. Angst hat sie nicht - und für Ihr Geschäft sei die Angelegenheit "die beste Werbung" gewesen. Seitdem ein Bonner Lokaljournalist über den Fall berichtet hatte, erfahre sie "sehr viel Solidarität", so Römer. Ihre Tassen und Aufkleber sind in der ehemaligen Hauptstadt jedenfalls schon ein Renner. ire
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