Apple und die Gewährleistung: Europäische Verbraucherschützer mahnen Technologiekonzern ab

Dienstag, 20. März 2012
Bei Apple müssen Kunden für eine zweijährige Gewährleistung zahlen
Bei Apple müssen Kunden für eine zweijährige Gewährleistung zahlen

Nächste juristische Runde für Apple. Elf europäische Verbraucherschutzorganisationen, darunter auch der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband, haben den Technologiekonzern wegen seiner gebührenpflichtigen Garantie "AppleCare Protection Plan" abgemahnt. Der Grund: Die Konsumenten werden nach Ansicht der Verbraucherschützer mit dem Produkt in die Irre geführt. Mit der Zusatzpolice will Apple die gängigen gesetzlichen Fristen bei der Herstellergarantie verlängern. "Mit dem AppleCare Protection Plan lässt sich der Anspruch auf Service und Support auf drei Jahre ab Kaufdatum des Hardwareprodukts verlängern", heißt es unter anderem auf der deutschen Website. Statt einem Jahr, so das Versprechen des Unternehmens, erhält ein Kunde für drei Jahre Gewährleistung.

Das klingt nach einem fairen Deal, die Tücke steckt jedoch im Detail. Laut geltendem EU-Recht muss die Marke den Kunden für die Produkte ohnehin eine zweijährige Gewährleistung anbieten. Genau das verschweige das Unternehmen aber, um die Kunden zum Abschlusss des eigenen Angebots zu bewegen, so der Vorwurf. So kostet die zweijährige Gewährleistung für Reparaturen eines iPads etwa 79 Euro, eine dreijährige Gewährleistung für bei einem Mac Book liegt bei 349 Euro. "Geben Hersteller eine eigene Garantie ab, müssen sie einfach und verständlich auf die gesetzlichen Ansprüche hinweisen", begründet der Verbraucherzentrale Bundesverband die Abmahnung. Diesen Anforderungen genüge die Aufmachung der Apple-Garantie nicht. "Vielmehr könne bei Verbrauchern der Eindruck entstehen, dass sie ohne die kostenpflichtige Herstellergarantie nach einem Jahr keinen Anspruch mehr auf Gewährleistung haben", sagen die Verbraucherschützer. Apple hat jetzt bis zum 30. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Werbung zu ändern. Passiert das nicht, drohen Apple weitere Klagen und Strafzahlungen. mir
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