"Apfelkind" Christin Römer: "Ich dachte, die veräppeln mich"

Donnerstag, 27. Oktober 2011
Apfelkind-Gründerin Christin Römer
Apfelkind-Gründerin Christin Römer
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Die Bonnerin Christin Römer und ihr Café Apfelkind wurden durch einen bizarren Streit mit Apple auf einen Schlag berühmt: Der Konzern stößt sich an dem Logo des kleinen Ladens, einem roten Apfel auf weißem Grund. Im Gespräch mit HORIZONT.NET erzählt Römer, wie sie die Auseinandersetzung erlebt. Wie sind Sie auf den Namen Apfelkind und auf das Logo gekommen?
Der Name Apfelkind stand von Beginn an fest. Ich wollte ein Kindercafé eröffnen und suchte nach einem Namen. Der Laden, den ich gemietet habe, hat mir dann die Idee gebracht: Die Vermieter besitzen nämlich viele Apfelbäume, die ich sehr gerne mag! So ist die Idee entstanden, den Laden Apfelkind zu nennen. Eine Werbeagentur hat mir bei der Umsetzung des Logos geholfen. Ich ließ es direkt als Marke anmelden, weil das Logo so gut geworden ist. Ich hatte und habe auch nach wie vor die Idee, ein Franchise oder eine Modelinie daraus zu entwickeln - ich wollte mir einfach viele Optionen offen halten. Bis Apple darauf aufmerksam wurde.

Der Apfel des Anstoßes
Der Apfel des Anstoßes
Was ging Ihnen durch den Kopf, als der Brief von Apple kam?
Ich dachte, die veräppeln mich. Doch die meinten es ernst!

Können Sie die Vorwürfe nachvollziehen?
Ich sehe keine hochgradige Verwechslungsgefahr und rechne mir in dem Verfahren deswegen gute Chancen aus. Allerdings hat mir mein Anwalt erklärt, dass Markenrechte für Laien oft unverständlich sind und sehr streng gehandhabt werden. Deshalb ist derzeit noch unklar, wie in der Sache entschieden wird.

Welche Auswirkungen hatte die Geschichte nach Bekanntwerden auf Ihr Geschäft?
Ich bekomme Emails aus der ganzen Welt! Viele Leute bieten mir darin ihre Hilfe an oder fragen nach einem Franchise-Modell! Mein Geschäft in Bonn ist seit Bekanntwerden der Angelegenheit natürlich interessanter geworden, besonders meine Tassen werden mehr gekauft. Doch ansonsten merke ich keine Veränderung.

Benutzen Sie eigentlich selber Apple-Produkte?
Ich benutze Apple-Produkte und liebe sie! Ich besitze keinen Fernseher, nur ein Mac Book und ein iPhone – die sind mein Nabel zur Welt. Gerade wenn man sich nicht so gut mit Technik auskennt, sind die Apple-Produkte genial, sogar Kinder können sofort mit einem iPhone umgehen. Sie sehen also: ich könnte auch für Apple Werbung machen. ire
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