Anzeigen-Attacke: Greenpeace faked Shell-Website

Freitag, 22. Juni 2012
Eines der gefakten Anzeigenmotive
Eines der gefakten Anzeigenmotive

Es ist nicht das erste Mal, dass Greenpeace Shell wegen der geplanten Ölbohrungen in Alaska angreift. Aber diesmal wählt die Naturschutzorganisation eine neue Taktik. Sie hat im großen Stil eine Shell-Seite gefaked, wie die "Financial Times" heute berichtet. Auf der Seite können User mit Hilfe eines Generators eigene Anzeigen kreieren. Über 7000 solcher Motive mit Eisbären sollen mittlerweile im Web zirkulieren. Damit nicht genug. Die Kampagne umfasst zudem ein gefälschtes Video, eine gefälschte Pressemitteilung und eine gefälschte Website. 

Gleichzeitig macht Greenpeace auch ganz offiziell Druck. Die Umweltschützer haben eine Kampagne gestartet, an der sich 100 Prominente beteiligen, darunter Paul McCartney, Thom Yorke, Richard Branson, Penelope Cruz und Robert Redford. In Deutschland startet der internationale Auftritt zum Schutz der Arktis in Berlin. Die Kampagne wird in den kommenden Wochen in 35 Städten zu sehen sein. Zeitgleich startet das Greenpeace-Schiff 'Beluga II' eine achtwöchige Informationstour zur Arktis-Kampagne auf Flüssen in Deutschland, darunter Rhein, Neckar und Donau.

An der viralen Attacke auf den Ölmulti haben indessen Ja Lab und Mitglieder der Occupy-Wall-Street-Bewegung mitgewirkt.  Laut Greenpeace soll die gesamte Kampagne etwa 50.000 US-Dollar gekostet haben.  

Doch noch höher als die Kosten, ist die Strategie hinter dem Angriff zu bewerten. Zwar will sich Shell von seinen Plänen in Alaska nach Öl zu bohren nicht abbringen lassen. Doch mit digitalen Fälschungen könnte eine neue Art von Internet-Kampagnen entstehen. Anstatt sich vor Firmenzentralen zu versammeln und gegen die Unternehmenspolitik zu demonstrieren, kapern Aktivisten künftig digitale Markenauftritte und nutzen Social Media, um das Image von Marken zu beeinflussen.  "Wir beginnen erst zu verstehen, wie Social Media unsere Gesellschaft verändern kann", sagt denn auch James Turner von Greenpeace USA. "Nehmt die Werbung von Unternehmen und legt sie in die Hände von normale Menschen, das verändert die Art wie Menschen Marken sehen für immer." Für Werbungtreibende dürfte das ein Horrorszenario sein. mir
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