Anwurf in Schleswig-Holstein: Bwin sponsert den THW Kiel

Dienstag, 22. November 2011
Bwin zeigt sich auch hierzulande wieder als Sportsponsor
Bwin zeigt sich auch hierzulande wieder als Sportsponsor

Bwin, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Sportwettenanbieter, ist ab 2012 offizieller Teampartner des Handball-Bundesligisten THW Kiel. Ein bemerkenswerter Schritt. Denn obwohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) das bisherige, staatliche Sportwettenmonopol in Deutschland bereits vor über einem Jahr für unzulässig erklärte, hielt sich Bwin hierzulande werblich weiterhin zurück. Man wolle einen „konstruktiven Beitrag zur Neu-Regelung des Glücksspielstaatsvertrags" leisten, hieß es stets. Nun kehrt das Unternehmen zumindest in Schleswig-Holstein auf die Sponsorenbühne zurück. „Der THW Kiel ist eine internationale Spitzenmannschaft und ein idealer Markenbotschafter für Bwin", sagt Deutschandchef Jörg Wacker. Vor allem aber kommt der Handball-Rekordmeister aus dem Bundesland, das in Sachen Glücksspiel den liberalsten Kurs fährt - und den anderen voraus ist. Während sich die übrigen Bundesländer auf der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz erst auf einen neuen Entwurf des zum Jahresende auslaufenden Glücksspielstaatsvertrag geeinigt haben - nachdem ein erster wegen massiver Kritik bereits gescheitert war -, tritt das Schleswig-Holsteinische und von der EU abgesegnete Modell bereits zum 1. Januar 2012 in Kraft.

Bwin hat bereits eine entsprechende Lizenz für das Bundesland beantragt und prüft derzeit auch weitere Engagements in Schleswig-Holstein, wie das Unternehmen auf Anfrage von HORIZONT.NET verlauten lässt. Inwieweit der Anbieter im kommenden Jahr auch in anderen Bundesländern aktiv werden könnte, dazu will sich Bwin noch nicht äußern. Die Marketingplanungen für 2012 seien noch nicht abgeschlossen, heißt es lediglich.

Ein erstes Anzeichen für ein offensiveres Vorgehen lieferte der jüngste Bundesliga-Spieltag: Bei der Partie Bayern München gegen Borussia Dortmund zeigte sich Bwin erstmals seit langer Zeit wieder auf der Bande. Der Vertrag mit dem FC Bayern München besteht im Prinzip schon seit 2008, wurde aufgrund der unklaren Rechtslage in den vergangenen Jahren allerdings nicht aktiviert.

Warum sich die Marke nun trotzdem zeigt, obwohl in den meisten Ländern noch kein neues Gesetz verabschiedet wurde, darüber kann nur spekuliert werden: Zum einen stehen die Chancen recht gut, dass der jüngste Entwurf nicht nur den Länderkonsens sondern auch den EU-Segen findet und damit in absehbarer Zeit die nötigen Hürden auf dem Weg hin zum Gesetz nehmen kann; zum anderen lässt der Sportwettenmarkt wenig Raum für Geduld. Diverse Wettbewerber zeigten sich im vergangenen halben Jahr weniger umsichtig als Bwin und haben ihre Werbepräsenz deutlich erhöht. mh
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