Angriff aus dem Glashaus: Microsoft stänkert gegen Google

Montag, 04. Mai 2009
Der Redmonder Konzern greift aus dem Glashaus an
Der Redmonder Konzern greift aus dem Glashaus an

Softwaregigant Microsoft versucht offenbar mit gezielter Lobby-Arbeit seinen Rivalen im Suchmaschinengeschäft, Google, zu schädigen. Es geht um dessen Marktmacht und den Umgang mit Nutzerdaten.  Microsoft nimmt laut "FTD" insbesondere über die "Initiative for a Competitive Online Marketplace" (ICOMP) Einfluss. Diese veranstaltet beispielsweise Konferenzen zum Thema Datenschutz und Wettbewerb im Internet, wie vergangene Woche in Brüssel. ICOMP wird zwar von unterschiedlichen Unternehmen unterstützt - einziger zahlender Partner sei jedoch Microsoft, so die "FTD".

Der Redmonder Konzern macht sich die Stimmung im Markt zunutze. Schon lange beklagen Datenschützer den Umgang Googles mit Nutzerinformationen. Vor allem der Kauf des Werbeunternehmens Doubleclick hatte die Kritiker erneut laut werden lassen: Sie befürchten, die Kontrolle über Kundendaten könne sich erweitern. Außerdem will Google fortan das Surfverhalten seiner Nutzer analysieren, um zielgerichtet Werbung einsetzen zu können.

Es ist ein Angriff aus dem Glashaus: Erst kürzlich hatte die EU ein Kartellverfahren gegen Microsoft aufgrund einer Beschwerde des norwegischen Browseranbieters Opera eröffnet. Nach Ansicht der Kommission verfälscht die Bündelung des Internet Explorer mit Windows den Wettbewerb zwischen den Webbrowsern. jm
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