Angriff auf die Telekom: O2 startet größte Abverkaufskampagne in seiner Geschichte

Dienstag, 02. März 2010
Motiv der Abverkaufskampagne
Motiv der Abverkaufskampagne

O2 erhöht kontinuierlich den Werbedruck. Nach der imagelastigen TV-Offensive mit dem Slogan "Neue Wege gehen" startet der Münchner Telekommunikationsanbieter nun auch noch eine massive Abverkaufskampagne. Dafür nimmt O2 ordentlich Geld in die Hand: Laut Markenchef Tim Alexander handelt es sich dabei um "die größte Trade-Kampagne, die O2 bislang in Deutschland gefahren hat".
HORIZONT.NET zeigt die Spots vorab. Die Werbeoffensive ist breit angelegt: Nicht weniger als vier TV-Spots, zwei Radiospots, Print-Anzeigen, Out-of-Home-Werbung und Online-Schaltungen sind eingeplant. Im Mittelpunkt steht dabei die aktuelle Preisaktion von O2, bei der Kunden 15 Prozent sparen können und die in puncto Größe ebenfalls ihresgleichen sucht. Laut Markenchef Alexander hat es eine Rabattaktion in diesem Ausmaß von O2 in Deutschland noch nicht gegeben. Dass die blaue Marke, die 2009 laut Nielsen Media Research 119 Millionen Euro für klassische Werbung ausgab, nun stärker auf den Preis setzt, begründet er vor allem mit den allgemeinen Branchenentwicklungen. Der Rabatt trage "den Wettbewerbsbedingungen im Markt Rechnung", sagt Alexander.

Obwohl sich diesmal alles um den Preis dreht, wird nicht - wie so oft bei Abverkaufskampagnen - völlig auf kreative Stilmittel verzichtet. So setzte die Stammagentur VCCP Berlin verschiedene Techniken der kreativen Lichtgestaltung wie Lightwriting, Lighttracing und Videotracking ein, wodurch die Botschaften in den TV-Spots förmlich zum Leuchten gebracht werden. Dabei arbeitete VCCP mit Smartin Köln, der Filmproduktion Partizan sowie verschiedenen Lichtkünstlern zusammen.

Auch mit der Abverkaufskampagne hat O2 sein Werbepulver noch nicht verschossen. So spricht das Unternehmen in Kürze erstmals Geschäftskunden mit einem TV-Spot an. Das Commercial, das diesmal von Serviceplan in München entwickelt wurde, wird von der für Planung und Einkauf zuständigen Agentur Mindshare im März und April auf Nachrichtensendern geschaltet und soll Entscheider auf das neue Tarif-Portfolio von O2 aufmerksam machen. Flankiert wird der 25-Sekünder von Print-Anzeigen, Out-of-Home-Motiven und Online-Bannern, die auf zielgruppenrelevanten Websites geschaltet werden.

Dass O2 den Druck auf den Wettbewerb derart erhöht, hat einen guten Grund.  „Unser Ziel ist es, einer der führenden Telefonanbieter in Deutschland zu werden", kündigte César Alierta, Vorstandsvorsitzender der spanischen Muttergesellschaft Telefónica, am Dienstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover an. Alierta sieht O2 bereits auf einem guten Weg. So sei O2 im vergangenen Jahr gemessen am Zuwachs von Nettoneukunden und am Umsatzwachstum das am schnellsten wachsende Mobilfunkunternehmen Deutschlands gewesen. Die Zahl der Mobilfunkkunden war 2009 um 1,5 Millionen auf 15,5 geklettert. Die Zahl der DSL-Kunden lag Ende 2009 bei 285.000. Eine Zahl, die schon jetzt bei weitem nicht mehr stimmt. Denn seit Mitte Februar ist die Übernahme von Hansenet mit der Marke Alice perfekt. Damit wuchs die Zahl der DSL-Kunden von O2 mit einem Schlag um 2 Millionen an. mas
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