Angriff auf Gillette und Wilkinson: Start-up Mornin' Glory testet TV-Kampagne in der Schweiz

Freitag, 31. Mai 2013
Mornin' Glory ist seit Ende 2012 auf dem Markt vertreten
Mornin' Glory ist seit Ende 2012 auf dem Markt vertreten

Seit Jahrzehnten gilt der deutsche Rasierklingenmarkt als sehr gefestigt, die beiden Marktführer Gillette und Wilkinson teilen rund 90 Prozent des Handels unter sich auf. In diese Phalanx versucht seit Ende 2012 das Berliner Start-up Mornin' Glory einzudringen und verstärkt dafür nun seine Werbemaßnahmen. Seit Sonntag testet das junge Unternehmen in der Schweiz eine TV-Kampagne für sein Abo-Modell, bei dem jeden Monat die gewünschte Anzahl an Rasierklingen frei Haus geliefert wird. Bislang kommunizierte Mornin' Glory nur Online, etwa über Facebook, Targeting oder Display-Anzeigen. Auf seiner Website präsentiert sich das Unternehmen mit einem provokativen Blog, der bei potenziellen Käufern durchaus polarisieren will. "Unsere Mitbewerber sind kommunikativ sehr konservativ und haben den Bezug zu ihrem Kunden verloren. Unsere Kommunikation hingegen ist sehr zugespitzt, das muss nicht jedem gefallen", sagt Gründer und Geschäftsführer Nicolas Stoetter. Als Partner holte sich Stoetter den erfahrenen Gründer und ehemaligen UBS-Vice-President Fabio Paltenghi mit ins Boot.

Mit dem Schritt ins Fernsehen will das Start-up nun eine breitere Zielgruppe erreichen. Den ersten Spot hat Mornin' Glory inhouse konzipiert und mit der Produktionsfirma Dyrdee in Berlin umgesetzt. Ziel der Kampagne ist es, den Performance-Spot im relevanten männlichen Werbeumfeld zu testen. "Wir unterscheiden uns deutlich von der Positionierung der Marktführer. Daher gibt es bei uns auch keinen Promi-Schönling zu sehen, sondern klare Ansagen und einen ganz normalen Mann", erklärt Stoetter die Kampagnenstrategie. Für zehn Tage soll das 15-sekündige Commercial in der deutschsprachigen Schweiz auf RTL und Vox zu sehen sein. Premiere feierte es auf dem prominenten Sendeplatz zwischen Countdown und Rennen beim Formel 1-Grand Prix in Monaco. Mit der Schaltung des Spots treibt Mornin' Glory gleichzeitig die Expansion ins europäische Ausland voran.

Verläuft die Testkampagne in der Schweiz zufriedenstellend, will Mornin' Glory auch in Deutschland in die TV-Werbung investieren. Der Internetfokus soll laut Geschäftsführers Stoetter aber nicht verloren gehen; die Produkte des Start-ups werden auch weiterhin ausschließlich im Netz erhältlich sein. Dennoch sagt der Mitgründer: "Wir wollen nicht nur ein Online-Shop sein, sondern eine digitale Marke werden." Dies sei wichtig, um in dem konsolidierten Markt überleben zu können. fam
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