Angriff auf Apple: Warum Sony mit seinen ersten Tablet-Spots auf dem richtigen Weg ist

Mittwoch, 08. Februar 2012
Die Sony-Tablets sind ab 400 Euro zu haben
Die Sony-Tablets sind ab 400 Euro zu haben
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Sony Apple Samsung Motorola iPad Werbeblock Angriff


Das iPad bekommt auch in den Werbeblöcken immer mehr Konkurrenz. Nach Samsung und Motorola steigt mit Sony jetzt ein weiterer Big Player mit Apple in den Ring. Unter dem Claim "All unsere Innovationen in ihrer schönsten Form" startet der japanische Elektronikriese in diesen Tagen seine erste große Tablet-Kampagne im deutschen Fernsehen - und hinterlässt dabei nicht nur in kreativen Belangen einen guten Eindruck. HORIZONT.NET zeigt den Spot vorab.


Bei seiner ersten Tablet-TV-Kampagne in Deutschland bietet Sony ganz großes Kino. Grund: In dem von Anomaly in London entwickelten und mit einem Jazz-Klassiker von Louis Armstrong musikalisch untermalten 30-Sekünder wird weit mehr präsentiert als die reine Hardware. Vielmehr werden die beiden Sony-Modelle Tablet S und P mit der Entertainment-Welt von Sony verknüpft. So werden die Zuschauer Zeuge, wie der Hauptdarsteller in dem TV-Spot sein Sony-Tablet mithilfe einer Infrarot-Schnittstelle im Nu in eine Universalfernbedienung verwandelt. In einer zweiten Szene taucht der Protagonist dank PlayStation-Zertifizierung in die Gaming- und Filmwelt des Sony Entertainment Networks ein.

Weiter vertieft wird die Message in dem Reminder, der wie der Hauptspot von BplusD Berlin für den deutschen Markt adaptiert wurde. "Die besten Filme, Musik und Spiele. Sony Entertainment Network auf dem Sony Tablet", heißt es in dem 15-Sekünder, den die zuständige Mediaagentur OMD in Berlin bis Mitte März auf allen großen Privatsendern schaltet.

Die TV-Spots, die auch in ausgewählten Kinos laufen, werden von Bannerwerbung im Internet sowie Werbemaßnahmen auf Social Media Plattformen und am Point of Sale begleitet. So werden die Handelspartner während des Kampagnenzeitraums mit ausführlichem PoS-Material wie Broschüren, Stickern und Toppern ausgestattet.

Dass Sony in der Kampagne für seine Tablet-PCs auch Content-Angebote integriert, ist ein kluger Schachzug. Denn über die Verknüpfung der Hardware mit der geballten Entertaintpower von Töchtern wie Sony Computer Entertainment (Playstation), Sony Pictures und Sony Music könnte es dem japanischen Konzern (ausnahmsweise einmal) gelingen, sein großes Kapital zu nutzen und seine Trümpfe auszuspielen. Zwar spielt Marktführer Apple mit dem App-Store und iTunes wohl schon in einer anderen Liga. Im Wettstreit mit kleineren Tablet-Anbietern wie Amazon, Samsung, Motorola und LG könnte sich Sony aber durchaus einen Vorteil verschaffen.

So oder so ist der neue, integrierte Werbeauftritt ein großer Schritt nach vorn. In der Vergangenheit litt Sony häufig darunter, dass die Tochterunternehmen vor allem eigene Interessen verfolgten - die Notwendigkeit, eine einheitliche Konzern- und Markenstrategie aufzubauen, wurde erst 2009 mit der Einführung des übergeordneten Claims "make.believe" erkannt und Schritt für Schritt umgesetzt. Inzwischen deutet sich an, dass sich Sony ähnlich wie Apple künftig wieder voll auf seine Dachmarke konzentrieren will. Erst kürzlich berichtete HORIZONT.NET exklusiv, dass mit Sony Ericsson die erste Submarke beerdigt wird. Und heute wurde bekannt, dass das 2011 von Hackerangriffen in Mitleidenschaft gezogene PlayStation Network in Sony Entertainment Network umbenannt wird. mas
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