Amnesty prangert Gewalt an

Dienstag, 09. November 2004
Die Auswirkung der Gewalt ist erst auf den zweiten Blick zu sehen
Die Auswirkung der Gewalt ist erst auf den zweiten Blick zu sehen

Amnesty International setzt sich in Großbritannien verstärkt gegen häusliche Gewalt ein. In einer Kampagne thematisiert die in London ansässige Menschenrechtsorganisation den Umstand, dass die Misshandlung von Frauen im Vereinigten Königreich offenbar stillschweigend akzeptiert wird. Laut einer Amnesty-Studie würden 74 Prozent der Briten die Misshandlung eines Hundes anzeigen. Bei Gewalthandlungen in einer Partnerschaft würden dagegen nur 54 Prozent aktiv werden.

Um die Briten wachzurütteln, hat die Agentur Karmarama, London, eine ungewöhnliche Kreativstrategie entwickelt. Die Plakate und Anzeigenmotive mit dem Slogan "Problem? What Problem?" zeigen nicht wie sonst üblich wütende Täter und bestürzte Opfer, sondern attraktive und selbstbewusst dreinschauende Frauen, die eher den Anschein erwecken, für Kosmetikartikel zu werben. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch blaue Flecken, Narben und zerschnittene Wangen. Hierzulande wird die Kampagne nicht zu sehen sein. Die deutsche Amnesty-Niederlassung hatte das Thema bereits im Februar mit einer eigenen Kampagne aufgegriffen (Agentur: Zum goldenen Hirschen, Berlin). mas
Meist gelesen
stats