Allianz verzehnfacht Online-Budget zulasten von Print

Donnerstag, 16. September 2010
Die Allianz will zu einem großen Teil in Display-Werbung investieren
Die Allianz will zu einem großen Teil in Display-Werbung investieren

Das Versicherungsunternehmen Allianz plant einen dramatischen Shift in seinem Mediabudget. „Wir haben zwei Jahre den Markt analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir künftig 25 Prozent unserer Spendings ins Internet geben – bisher waren es 2 bis 3 Prozent“, sagte Christian Deuringer, Head of Global Brand Management, heute auf einem Podium auf der Kölner Onlinemesse Dmexco. Die Entscheidung begründet er mit der steigenden Internetnutzung. Wenn 25 Prozent der Allianz-Kunden im Web unterwegs seien, müsse sein Unternehmen dies auch im Mediasplit widerspiegeln. "Früher haben viele Menschen beim Fernsehen nebenbei Zeitungen oder Zeitschriften gelesen, heute nutzen sie eben das iPad oder ähnliche Geräte", so Deuringer weiter.

Christian Deuringer, Head of Global Brand Management bei der Allianz
Christian Deuringer, Head of Global Brand Management bei der Allianz
Ausgeben will er das Onlinebudget zu einem großen Teil für Display-Werbung, aber auch für „intelligente Kooperationen“ im Contentbereich. Nicht zuletzt virale Aktionen kann er sich vorstellen. Als Beispiel nennt er einen 2009 mit geringem Budget gedrehten Film, in dem sich die damaligen FC-Bayern-Sturmpartner Frank Ribéry und Luca Toni einen Wettkampf mit dem Ball liefern. Der Streifen wurde auf Youtube 10 Millionen Mal abgerufen. Dank des regen Interesses der Redaktionen von RTL, DSF und Co, die das Video ebenfalls ausstrahlten, erzielte der Streifen im klassischen TV weitere 30 Millionen Views.

Das zusätzliche Geld für Online-Werbung will Deuringer aus der Gattung Print abziehen. Ohnehin wird das Medium in Zukunft noch stark bluten müssen, glaubt man der Abstimmung beim Dmexco-Publikum. Von den geschätzt 200 Zuschauern glauben ganze 74 Prozent, dass Werbungtreibende ihre Budgets aus dem gedruckten Medium abziehen werden. Allerdings warnte Deuringer vor einem Abgesang auf die Verlage: „Jedes Printhaus hat vernünftige Internetauftritte. Und einen großen Teil der 25 Prozent, die die Allianz künftig in Internetwerbung investiert, wird in diese Portale fließen.“ bn/mas
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