Alkoholwirtschaft verschärft freiwillige Werbebeschränkung

Donnerstag, 28. Oktober 2004

Auf erweiterte Regeln zur Selbstdiziplin bei Alkoholwerbung haben sich Industrie, Handel, Agenturen und Medien geeinigt. Die bestehenden freiwilligen Verhaltensregeln sollen über die klassischen Werbemittel hinaus nun für alle Kommunikationsinstrumente wie Direktmarketing, Sponsoring oder Verkaufsförderung gelten. Das Selbstbeschränkungsabkommen umfasst acht Themenfelder. Unter anderem soll die Kommunikation nicht zu missbräuchlichem Alkoholkonsum auffordern, keine trinkenden Kinder, Jugendliche, Leistungssportler, Fahrzeugführende oder Personen des Heilgewerbes zeigen, Aussagen zur Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten unterlassen, hohen Alkoholgehalt nicht besonders herausstellen sowie keine Wirkung nahe legen, die auf die Beseitigung oder Überwindung psychosozialer Konflikte oder der physischen Leistungsfähigkeit abstellen.

Unterstrichen wurde nochmals die Absicht, kommerzielle Kommunikation nicht in Medien einzusetzen, deren redaktioneller Teil sich mehrheitlich an Kinder beziehungsweise Jugendliche richtet. Eine Reihe von Hersteller hatten die Regeln bereits in der Vergangenheit in einem freiwilligen Kodex festgeschrieben.

Ohnehin haben die Hersteller von Spirituosen ihre Werbeaufwendungen in diesem Jahr deutlich zurückgefahren. So haben die Anbieter von Spirituosen von Januar bis September 2004 laut Nielsen Media Research, Hamburg, insgesamt 54,7 Millionen Euro in Werbung investiert. Dies entspricht einem Minus von fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich von reduzierten Werbeaufwendungen betroffen waren Alcopops, die gerade einmal 3,1 Millionen Euro investierten und damit auffallende 87,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich dazu wurde Bier sogar fünfmal so stark beworben wie Spirituosen. Im Vergleichszeitraum von 2003 zu 2004 steigerte die Bierbranche ihre Werbeumsätze um 50 Millionen Euro auf 283,4 Millionen Euro und dementsprechend um mehr als 21 Prozent. ork
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