Alkoholwerbung in den USA unter Beschuß

Dienstag, 11. August 1998

Die Federal Trade Commission (FTC) der US-Regierung hat eine umfassende Untersuchung eingeleitet,die die Werbepraxis der Alkoholhersteller unter die Lupe nimmt. Ziel ist es, Werbebotschaften zu bannen, die Jugendliche zum Alkoholkonsum verleiten könnten. Acht der führenden Vermarkter von Bier,Wein und Spirituosen - unter anderem Anheuser-Busch und Bacardi Martini - wurden um "Special Reports" gebeten, in denen die jeweilige Werbe- und Marketingpraxis dargelegt werden soll. Neben klassischer Werbung und Promotions verlangt die Behörde auch Aufschluß über Werbemaßnahmen im Internet sowie Product Placements in Filmen. Laut FTC soll damit die Wirksamkeit der von der Branche selbst auferlegten Werbebeschränkung geprüft werden. Den Unternehmen wurde eine Frist bis zum 5. Oktober 1998 gesetzt. Zwei gerade bekanntgewordene Entscheidungen lassen erkennen, daß die FTC durchaus willens ist, gegen unliebsame Werbebotschaften einzuschreiten. In die Schußlinie gerieten je ein Commercial von Beck”s Bier und von Allied Domecq für Kahlua White Russian, die laut FTC gegen Bundesgesetz verstießen. Das Beck”s-Commercial, das eine Gruppe junger Leute, Bier in der Hand, auf einem Segelboot zeigt, berge bei Nachahmung die Gefahr, über Bord zu fallen und zu ertrinken, heißt es. Beck”s hat den Spot inzwischen aus dem Verkehr gezogen. Weitgehende Konsequenzen hat das Einschreiten gegen den Kahlua-Spot, der mit einem Hinweis auf den niedrigen Alkoholgehalt on air ging. Allied Domecqwurde nicht nur vor künftiger "verniedlichender Darstellung von Alkohol" in ihrer Werbung gewarnt,sondern muß auch über die nächsten fünf Jahre das FTC über sämtliche Werbepläne informieren.
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