Alkoholwerbung: ZAW schießt zurück

Mittwoch, 13. Mai 2009

Der Zentralverband der Werbung (ZAW) kritisiert die aktuelle DAK-Studie, der zufolge Alkoholwerbung maßgeblich das Trinkverhalten von Jugendlichen beeinflusst. Der ZAW wirft dem mit der Analyse beauftragten Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung vor, in eine "Denkfalle" geraten und einen "wissenschaftlich falschen und gesundheitspolitisch bedenklichen Irrweg" gegangen zu sein. Das Fazit der Forscher ist simpel: Jugendliche genehmigen sich verstärkt Hochprozentiges, je öfter sie Kontakt mit Alkoholwerbung haben. Laut Untersuchung griffen mehr als 80 Prozent der befragten Jungen und Mädchen, die keine Alkoholwerbung sahen, weder zur Bier- noch zur Schnapsflasche. Dagegen haben mehr als 90 Prozent der Jugendlichen, die mehrere Werbespots häufiger als zehn Mal gesehen haben, bereits Alkohol getrunken.

Die Krankenkasse selbst schließt aus dieser Beobachtung, dass Werbekontakte und Konsum von Bier, Wodka und co. in direkter Kausalität stehen und spricht sich für eine Einschränkung der Spots zu den einschlägigen Produkten aus. Die Ergebnisse bekräftigten zudem die Forderung der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing, eine Vorkontrolle für Alkoholspots einführen zu wollen.

Der ZAW hingegen betont, dass Faktoren wie soziales Umfeld und das Trinkverhalten der Eltern mittlerweile als Ursache für Alkoholmissbrauch von Jugendlichen auch wissenschaftlich bewiesen worden sind. Der Verband verweist zudem auf das Ergebnis einer Studie vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Alkohol und Jugendliche: "Insgesamt zeigt sich ein geringer Einfluss von Werbung auf den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen."

Laut dem jüngsten Drogenbericht wurden 2007 mehr als 23.000 Kinder und Jugendliche nach exzessiven Alkoholkonsum bewusstlos in Krankenhäuser eingeliefert. nk
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