Alkohol-Werbeverbot: Verbände laufen Sturm

Montag, 15. September 2008
Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes
Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes

Die Verbände haben sich im Rahmen der heute stattfinden Anhörung im Bundesgesundheitsministerium zum Thema Alkohol und Werbung zu Wort gemeldet. "Die Vorschläge für eine Beschränkung von Werbung und Sponsoring lehnen wir entschieden ab. Die Meinungs- und Informationsfreiheit gehört untrennbar zu unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung und gilt auch für die Werbung", sagt Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes. Es sei nicht hinnehmbar, dass die "konsumnahen Branchen derzeit als Bedrohung der Verbraucher stilisiert werden", obwohl sich gerade bei Markenunternehmen alles um die Bedürfnisse der Kunden drehe.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing lässt heute in Berlin Verbände und Interessensvertreter zu ihrem im Juni vorgestellten Aktionspapier zur Tabak- und Alkoholprävention zu Wort kommen. In dem Papier wird unter anderem ein Verbot von Alkoholwerbung in Fernsehen und Kino vor 20 Uhr sowie in Verbindung mit Sportsendungen gefordert.

"Unkontrollierter Konsum von Genussmitteln wie zum Beispiel Alkohol oder Tabak sind keine Folge von Werbebotschaften, sondern die Konsequenz von gesellschaftlichen Versäumnissen bei der frühzeitigen Aufklärung", so Kannengießer weiter. Gleichwohl sei sich die Markenwirtschaft ihrer Verantwortung bewusst: "Zahlreiche Unternehmen der Markenwirtschaft sind auf dem Gebiet der Alkohol- und Drogenprävention bereits jetzt mit vielfachen Initiativen und Programmen aktiv." . Ähnliche Töne hatte auch der ZAW angeschlagen.

Auch der Fachverband für Sponsoring (Faspo) hat klare Stellung bezogen: "Gerade im Breitensport sind die Brauereien sehr wichtige Partner der Vereine. Während der Anteil der brauereibezogenen Sponsoringgelder bei den Profi-Vereinen rund 5 bis 12 Prozent aller Einnahmen ausmachen, liegt der Anteil dieser Einnahmen bei kleineren Sportvereinen bei teilweise über 50 Prozent - das heißt in einer Größenordnung, die nicht kompensiert werden kann", sagt Faspo-Vizepräsident Jean-Baptiste Felten. Ein Sponsoring- und Werbeverbot für Bier im Sport hätte daher gerade im Bereich der Jugendbetreuung katastrophale Auswirkungen. mh

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