Alarmierend: 73 Prozent aller Marken sind überflüssig

Dienstag, 11. Juni 2013
Google ist die am wenigsten verzichtbare Marke der Welt
Google ist die am wenigsten verzichtbare Marke der Welt

Verbraucher auf der ganzen Welt lieben Google, Samsung, Microsoft, Nestlé und Sony. Ansonsten sind aber immer mehr Marken für sie absolut verzichtbar. Waren es 2011 weltweit noch 70 Prozent der großen Marken, auf die die Konsumenten verzichten könnten, stieg dieser Wert in der aktuellen Studie von Havas Media auf 73 Prozent an. Das Ergebnis der internationalen Untersuchung Meaningful Brands, die das Medianetwork alljährlich durchführt, sollte Markenartikler auf der ganzen Welt alarmieren. Laut Studie bescheinigen die Konsumenten nur 20 Prozent der von ihnen genutzten Marken einen positiven Einfluss auf ihr Leben. Wenn die restlichen der insgesamt 700 abgefragten Marken schon morgen vom Markt verschwänden, wäre das den 134.000 Konsumenten, die in 23 Ländern an der Studie teilgenommen haben, schlichtweg egal.

Seit 2009 legt Havas Media die weltweite Studie auf
Seit 2009 legt Havas Media die weltweite Studie auf
Ikea
, Dove, Nike, Walmart, Danone, Philips und Procter & Gamble, die auf den Plätzen fünf bis zehn in der weltweiten Beliebtheitsskale folgen, kommen da vergleichsweise gut weg. Allerdings stellt Thomas Sudholt, Director Research bei Havas Media in Frankfurt, durchaus unterschiedliche Wahrnehmungen bei den Verbrauchern in den Industriemärkten und Entwicklungsländern fest. Seinen Angaben zufolge glauben in den USA und Europa nur 21 Prozent der Studienteilnehmer, dass Marken ehrlich kommunizieren. In Asien sind davon hingegen 50 Prozent der Konsumenten überzeugt.

In Deutschland wiederum seien sie bei der Beurteilung von Marken deutlich skeptischer als im Rest der Welt. Kritisch wird hierzulande vor allem der Beitrag bewertet, den Marken zu Verbesserung des täglichen Lebens leisten. Außerdem glauben nur 23 Prozent der Deutschen laut Sudholt, dass die Markenartikler hart daran arbeiten, die Lebensqualität ihrer Konsumenten zu verbessern. Im globalen Durchschnitt sind davon 45 Prozent der befragten Konsumenten überzeugt.

In Deutschland wurden insgesamt 34 Marken abgefragt, nicht jedoch Google oder die anderen Top-Elektronikkonzerne. Daher stehen hierzuland die Drogeriekette dm, Nivea, VW, Lego und Ikea an der Spitze des Rankings. Die Schlusslichter bilden indes die Energiekonzerne EnBW, RWE, Eon sowie der Telekommunikationsanbieter E-Plus und die Santander-Bank.

Sudholts Appell ist unmissverständlich: Die deutschen Skeptiker werden heute vielleicht noch als Ausreißer gesehen. Wenn Marken nicht daran arbeiten, einen positiven Beitrag zur Lebensqualität, zur Gesellschaft und Umwelt zu leisten und zu kommunizieren, wird die Desillusionierung weltweit um sich greifen. ejej
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