Alamierende Zahlen: Produktpiraten kapern Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro

Mittwoch, 25. Juli 2012
Alexander Dröge, Leiter Recht beim Markenverband
Alexander Dröge, Leiter Recht beim Markenverband

Die Zahlen sind für alle alarmierend, die sich auf den Schutz von Marken konzentrieren. Markenverband, VKE-Kosmetikverband und der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie waren gestern geschockt über die aktuellen Zahlen der EU-Zollstatistik. Danach haben die Grenzbeamte im vergangenen Jahr 115 Millionen gefälschter Produkte mit einem Warenwert von 1,3 Milliarden Euro aus dem Verkehr gezogen. Das ist gegenüber dem Jahr 2010 ein Plus von 15 Prozent. Das Erschreckende: Die beschlagnahmten Waren sind nur die Spitze des Eisbergs: An den europäischen Außengrenzen werden lediglich zwei Prozent der Waren kontrolliert. Auf der Hitliste der kopierten Produkte stehen Medikamente mit 24 Prozent, Verpackungsmaterialien 21 Prozent und Zigaretten mit 18 Prozent.

Der Großteil der Fälschungen stammt mit 73 Prozent aus China. Allerdings liegen bei bestimmten Produktkategorien andere Nationen auf Platz 1. Bei Lebensmitteln rangiert die Türkei an erster Stelle, bei alkoholischen Getränken Panama, bei nichtalkoholischen Erfrischungsgetränke ist dagegen Thailand führend. Die meisten gefälschten Mobiltelefone stammen aus Hongkong.

"Produktpiraterie ist kein harmloses Kavaliersdelikt. Es ist eine Schattenwirtschaft, oft verbunden mit illegalen, mafiösen Strukturen", sagt Rüdiger Stihl, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). Gerade deshalb fordert der Markenverband erneut die Einführung einer Mindeststrafe für Produkt- und Markenpiraterie. "Bei dieser Gefährungslage kann und darf Politik sich nicht mehr wegducken", erklärt Alexander Dröge, Leiter Recht beim Markenverband. mir
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