Airlines begrüßen EU-Pläne für Ticketwerbung

Donnerstag, 20. Juli 2006

Der Vorstoß von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot für mehr Transparenz bei Flugpreisen findet bei den deutschen Airlines durchweg ein positives Echo. Barrot hatte Anfang der Woche einen Regulierungsentwurf präsentiert, der vorsieht, dass Ticketentgelte in der Werbung künftig sämtliche Kosten enthalten müssen, die für den Kunden entstehen. Dazu zählen etwa Kerosinzuschläge, Steuern und andere Gebühren. "Wir begrüßen, dass künftig gleiches Recht für alle gelten soll", sagt eine Sprecherin von Air Berlin auf Anfrage. Der Anbieter bewirbt nach eigenen Angaben schon jetzt Preise, die alle Kosten enthalten. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten: So offerierte der Low-Cost-Carrier Ryanair in der Vergangenheit Flüge für 0 Euro - die zuzüglichen Kosten fanden sich nur im Kleingedruckten.

Freunde findet Barrots Vorstoß auch bei Fluglinien, die unter der Billigkonkurrenz leiden - so etwa Lufthansa in Frankfurt. "Wir sehen die Initiative positiv, da die Preise dadurch vergleichbarer werden", sagt Sprecherin Amélie Lorenz. Das Kalkül: Müssen die Low-Cast-Carrier Komplettpreise bewerben, schmilzt der Abstand zum billigsten Lufthansa-Preis von 99 Euro pro Flug in der Wahrnehmung des Kunden. jh

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 29/2006, die am Donnerstag, 20. Juli erscheint.
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