Adidas sieht sich als Gewinner des Super-Sportjahres 2012

Freitag, 10. August 2012
Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer
Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer

Das olympische Feuer ist in London noch nicht erloschen, da beansprucht Adidas bereits die Goldmedaille unter den Sportartiklern für sich. Als "fantastisch" bezeichnet Herbert Hainer, Vorstandschef der Adidas-Gruppe, die Präsenz der Marke mit den drei Streifen rund um Olympia: "Wir haben die höchsten Merchandising-Umsätze mit Olympia-Produkte aller Zeiten erzielt." Zudem werde 2012 für die Unternehmensgruppe "ein Jahr mit Rekordumsätzen in Großbritannien sein" - eine gute Grundlage, um dort die bis 2015 angepeilte Marktführerschaft zu übernehmen. "Unsere Partnerschaft mit wichtigen Sportereignissen hebt uns von unseren Mitbewerbern ab", so Hainer vollmundig. Als Beleg präsentiert er ein globales Umsatzplus des Adidas-Konzerns von 16 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2012. Der Umsatz mit olympischen Lizenzprodukten sei im Vergleich zu den Spielen 2008 in Peking um satte 250 Prozent gestiegen.

Als offizieller Sportswear Partner der Olympischen Spiele stellt Adidas 3.000 Athleten Produkte für 25 der 26 olympischen Disziplinen zur Verfügung. Besonders stolz sind die Herzogenauracher auf den Erfolg des von ihr ausgerüsteten britischen Teams mit Goldmedaillen-Gewinnern wie die Siebenkämpferin Jessica Ennis und den Bahnradfahrer Sir Chris Hoy.

Mit einem erwarteten Rekordumsatz im Fußball-Bereich von über 1,6 Milliarden Euro bis Jahresende wird Adidas seine Stellung als erfolgreichste Fußball-Marke verteidigen. Die bisherige Bestmarke lag bei 1,5 Milliarden Euro Umsatz im WM-Jahr 2010. Von April bis Juni stiegen die Einnahmen in diesem Segment um 27 Prozent, insbesondere bedingt durch den Trikotverkauf des EM-Siegers Spanien und Halbfinalist Deutschland (900.000 bzw. 1 Million Stück). 

Werblich ist Adidas insbesondere mit der Kampagne "Take the Stage" in Großbritannien in Erscheinung getreten (Kreation: Sid Lee), auch Events mit Markenbotschaftern wie David Beckham haben für Aufmerksamkeit gesorgt.

Trotz der Zahlen von Adidas: Unbestritten ist, dass auch Platzhirsch Nike deutlich in Erscheinung getreten ist - und das nicht nur durch ihre knallgelben Schuhmodelle Volt, die laut Nike über 400 Athleten bei den Wettkämpfen tragen. Statt Millionen für offizielle Sponsoringpartnerschaften auszugeben, konzentrierte sich die Marke mit dem Swoosh zum Beispiel auf Ambush-Kampagnen. Für Furore sorgte der zur Olympia-Eröffnung in 32 Ländern gestartete Auftritt "Find Your Greatness" (Kreation: Wieden + Kennedy). Der Clip avancierte zu einem Klickhit auf Youtube - seit dem Launch Ende Juli haben bereits über 4,5 Millionen Nutzer das Video angeschaut. Einen Monat zuvor hatten der Sportartikler und die Berliner Agentur VCCP während der Fußball-Europameisterschaft die Ambush-Kampagne "Hungry German Youth" realisiert. Konkrete Umsatzzahlen mit Bezug auf die Fußball-EM und Olympia hat Nike bislang nicht veröfffentlicht.



Puma, der dritte große Ausrüster im Bunde, kann bekanntermaßen vom Super-Sportjahr bislang nicht wie erhofft profitieren. Die Marke mit dem Raubtierlogo hofft, dass sich die bisherigen Erfolge von Sprintstar Usain Bolt noch im Umsatz bemerkbar machen. Und auch die neue Partnerschaft mit Fußball-Meister Borussia Dortmund soll Geld in die Kassen spülen. Hierfür startet Puma am Montag die neue Kampagne "To the next generation", kreiert von Droga5. Prominente Zugpferde im Auftritt: Borussen-Coach Jürgen Klopp, Shooting-Star Marco Reus und Bayern-Stürmer Mario Gomez. jm



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