Adidas kauft Outdoor-Marke Five Ten / Rekordergebnis im 3. Quartal

Donnerstag, 03. November 2011
Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der Adidas Gruppe
Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der Adidas Gruppe


Der Sportartikelhersteller
Adidas forciert sein Ziel, zum Marktführer im Outdoor-Markt aufzusteigen: Wie die Herzogenauracher heute bekannt gaben, übernimmt das Unternehmen Five Ten, ein Spezialist für Outdoor-Schuhe - speziell im Bereich Bergsteigen und Mountainbiken. Das 1985 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Redlands, beschäftigt 37 Mitarbeiter und wird in diesem Jahr einen Umsatz von voraussichtlich 16 Millionen Euro verzeichnen. Adidas lässt sich den Deal eigenen Angaben zufolge 25 Millionen US-Dollar kosten. Der Kauf soll in den kommenden Wochen über die Bühne gehen. Lange Zeit hieß es, Adidas wolle die Outdoor-Marke Jack Wolfskin übernehmen. Dazu ist es nicht gekommen: Im Juli verleibte sich der Londoner Finanzinvestor Blackstone das Unternehmen ein. Adidas sieht sich als "athletische Marke im Outdoor-Bereich". Ihre lange Tradition beruhe unter anderem auf den Schuh "Super Trekking", mit dem Reinhold Messner 1978 erstmals den Mount Everest bestiegen hatte. Die Produktentwickler der Marke mit den drei Streifen arbeiten zudem eng mit Outdoor-Profis wie den Bergsteiger-Brüdern Thomas und Alexander Huber ("Huberbuam") und renommierten Organisationen wie dem Alpin Center Zermatt (Schweiz) und Ragni di Lecco (Italien) zusammen.

Adidas erwartet im Zuge seines strategischen Geschäftsplans "Route 2015" eine Umsatzsteigerung im Bereich Outdoor auf über 500 Millionen Euro bis zum Jahr 2015. Durch die Übernahme von Five Ten werde die Adidas Gruppe noch besser aufgestellt sein, um ein führender Akteur im Outdoor-Markt zu werden, so das Unternehmen.

Parallel zur Bekanntgabe des Übernahmedeals hat Adidas seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 veröffentlicht. In allen wichtigen Regionen, Vertriebskanälen und Marken konnte der Konzern zulegen. Von Juli bis September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,5 Milliarden auf 3,7 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis von 411 Millionen auf 441 Millionen Euro. Den Nettogewinn konnte Adidas von 266 Millionen auf 303 Millionen Euro schrauben. "Noch nie haben unsere Marken und Produkte den Nerv der Konsumenten weltweit so gut getroffen wie heute", so Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer. Zum Konzern gehören die Submarken Adidas Sport Performance, Adidas Originals und Adidas Sport Style (Y-3, Neo, SLVR).

Im Zuge der guten Zahlen hat der Sportartikler seine Prognose für das laufende Jahr erneut nach hoben geschraubt. Statt einem Umsatzplus von 10 Prozent und einem Nettoergebnis von bis zu 652 Millionen Euro erwartet Adidas nun ein Umsatzwachstum von rund 12 Prozent sowie einen Überschuss von 660 Millionen Euro. Für Wachstum sollen insbesondere die Fußball-Europameisterschaft sowie die Olympischen Spiele in London sorgen. jm
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