Absatzkrise: Spanier lassen Autos stehen

Dienstag, 03. Januar 2012
Der spanische und französische Markt stellen ein Viertel des europäischen Automarktes dar
Der spanische und französische Markt stellen ein Viertel des europäischen Automarktes dar

Es könnte ein Vorgeschmack sein, was 2012 den Autobauern global drohen könnte, wenn sich die Eurokrise weiter verschärft. Wächst die wirtschaftliche Unsicherheit, halten sich die Konsumenten beim Autokauf zurück. In Spanien gingen die Verkäufe im vergangenen Jahr nach Angaben des Branchenverbandes ANFAC um fast 18 Prozent zurück. Die Spanier ließen lediglich 800000 Autos neu zu. Das ist die niedrigste Zahl seit 1993. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben der hohen Arbeitslosigkeit gehören Zukunftsängste sowie die zögerliche Kreditvergabe der Banken zu den Hauptursachen des Absatzeinbruchs. Und darin wird sich in den kommenden Monaten wohl nichts ändern. Der spanische Branchenverband jedenfalls rechnet mit weiteren Rückgängen. Die Volkswagen-Tochter Seat ist mit 73000 Neuzulassungen weiterhin Markführer.

Ebenso im Rückwärtsgang befindet sich der französische Markt. 2,2 Millionen verkaufte Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 2,1 Prozent. Allerdings fällt der Einbruch nicht so stark aus, wie es Experten ursprünglich prognostiziert hatten. Der spanische und französische Markt stellen ein Viertel des europäischen Automarktes dar. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Im Gegenteil. Die Märkte in Großbritannien und Italien stehen ebenso unter massiven Druck. Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer ist daher für das Gesamtjahr skeptisch eingestellt. "Das Jahr 2012 wird das schlechteste Verkaufsjahr für Pkw in West-Europa seit 18 Jahren", prognostiziert der Leiter des Car-Institut an der Uni Duisburg-Essen. mir
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