ADC-Vorstände kritisieren Wahlkampagnen

Freitag, 21. August 2009
Stefan Scheer
Stefan Scheer

Der Wahlkampf geht in seine heiße Phase. Die ersten Großflächen stehen, die ersten Plakate hängen und in den Fußgängerzonen machen sich die Infostände breit. Doch keine Kampagne löst Begeisterung aus. Exklusiv für HORIZONT haben die vier Vorstände des Art Directors Club für Deutschland (ADC) Marc Wirbeleit, Kai Röffen, Stefan Scheer und Hans Peter Albrecht die Kampagnen analysiert. Ihre Kritik ist harsch: Keine Partei kann sie mit ihren Kommunikationskonzepten überzeugen. Die Kreativen kritisieren handwerkliche Fehler und die fehlende Vernetzung. Obendrein werfen sie den Parteien vor, mit ihren Kommunikationskonzepten noch tief in den 80er Jahren zu stecken. mir / brö

Ausgewählte Statements von Marc Wirbeleit, Kai Röffen, Stefan Scheer und Hans Peter Albrecht lesen Sie auf den folgenden Seiten. Die vollständige Analyse der Kreativ-Experten steht in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 34/2009.

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Stefan Scheer, Creative Director von Bargfeld Scheer in Düsseldorf

Die Kampagnen sind allesamt nicht auf der Höhe der Zeit. Gestalterisch riechen sie nach Mittelstand, genauer gesagt nach einer Messe für die metallverarbeitende Industrie. Die Grünen sehen aus wie immer: wie das Büro der Schülervertretung des Meerbusch-Gymnasiums im Jahre 1989."

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Hans Peter Albrecht, Inhaber von HP Albrecht in München

Hans Peter Albrecht
Hans Peter Albrecht
Ich erkenne in der aktuellen Parteienwerbung so gut wie keine Kreation. Es sei denn, man bezeichnet die Produktion von laufwarner Luft als Kreation. Das heißt bei uns in München allerdings Föhn. Für die Parteien ist das Internet, so wie es aussieht, so angenehm wie ein Vollbad für eine gemeine Hauskatze.

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Marc Wirbeleit, freiberuflicher Creative Director Text

Marc Wirbeleit
Marc Wirbeleit
Die SPD hat ihren Spitzenkandidaten so geschickt mit einem Schlagschatten versehen, dass nur eine Assoziation möglich ist: mit dem Rücken zur Wand. Das stammt alles aus der gleichen Phrasendreschmaschine, geht an den Wünschen der Wähler komplett vorbei und wirft vor allem bei den Regierungsparteien die Frage auf: Wenn ihr wirklich - wie in den Kampagnen behauptet - die Kraft zum Anpacken habt, wo war sie in den vergangenen vier Jahren? Und was habt ihr Anpacker in der letzten Legislaturperiode so angepackt außer Fettnäpfchen und fallende Messer?

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Kai Röffen, Executive Creative Director und Managing Director von TBWA Düsseldorf

Kai Röffen
Kai Röffen
Die Wahlkampfkampagnen stecken noch in den Zeiten der Massenkommunikation fest. Der Mediamix besteht aus Plakat, TV und Print. Nur was nichts kostet, darf online gehen. Die Mediennutzung der Parteien ist ein Versuch, auf alle aktuellen Internettrends aufzuspringen. Inhaltliche Klammer: Fehlanzeige. Transparenz: keine.
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