AC Nielsen: Werbespendings sinken im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent auf 17 Milliarden Mark

Freitag, 13. Juli 2001
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Werbespendings Werbedelle Ludger Vornhusen Expo


Die viel zitierte Werbedelle ist nun für die gesamte erste Hälfte dieses Jahres amtlich: In den ersten sechs Monaten haben die deutschen Unternehmen mit brutto 16,9 Milliarden Mark 3,5 Prozent weniger für Werbung in klassischen Medien investiert als im Vorjahreszeitraum. Wie das Hamburger Institut AC Nielsen Werbeforschung jetzt bekannt gab, wurden damit etwa 600 Millionen Mark weniger ausgegeben.

Die größte werbungtreibende Branche sind nach den Massenmedien die Autohersteller und der Handel. Am stärksten kürzten die Betreiber von Telekommunikationsnetzen, jetzt auf Platz 4 im Ranking: um 38 Prozent auf 828 Millionen Mark. Die Finanzberater, nun auf Platz 14, kappten ihre Werbeausgaben ebenfalls um 38 Prozent - auf 302 Millionen Mark.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Die Spezialversender legten auf hohem Niveau - mit fast 620 Millionen Mark im ersten Halbjahr nun auf Platz 5 im Ranking - um ein Drittel zu. Die Banken und Sparkassen, mit 580 Millionen Mark an 7. Stelle, gaben fast 14 Prozent mehr aus. Weitere Branchen mit einem Werbe-Plus von über 20 Prozent, allerdings auf niedrigerem Niveau: Körperschaften (25 Prozent auf 177 Millionen Mark), Tiefkühlkost (46 Prozent auf 119 Millionen), Schuhe (50 Prozent auf 78 Millionen) und Speisefette (36 Prozent auf 75 Millionen).

Die AC-Nielsen-Zahlen treffen allerdings kaum eine Aussage darüber, wie viel Geld nach Abzug aller Rabatte letztlich netto in den Kassen der Medien landet. Zudem werden sämtliche Rubrikenanzeigen aller Zeitungen nicht mitgezählt, auf der anderen Seite blähen die Eigenanzeigen der Medien - mit knapp 1,7 Milliarden Mark (plus 5,9 Prozent) die größten Werbungtreibenden - die Statistik auf. Diese Einschränkungen im Hinterkopf, eignet sich das aktuelle Halbjahres-Minus nur bedingt als Anlass für Panik: Denn im Vergleich zum "Normaljahr" 1999 ergibt sich eine deutliche Steigerung von 1,5 Milliarden Mark - ein Plus von 10 Prozent. "Zum Trendvergleich sollte man die 1999er-Zahlen heranziehen, da das Jahr 2000 durch Sondereffekte geprägt war", sagt AC-Nielsen-Geschäftsführer Ludger Vornhusen. Diese Sondereffekte durch Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, die Dotcoms und die Expo bezifferte Vornhusen mit mehr als einer Milliarde Mark.
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