"7 Jahre einsitzen": Sixt zieht über Berlusconi her

Mittwoch, 26. Juni 2013
Sixt und Jung von Matt nehmen Berlusconi auf die Schippe
Sixt und Jung von Matt nehmen Berlusconi auf die Schippe

Sixt hat gerade mal wieder einen Lauf. Wenige Tage nachdem der Münchner Autovermieter Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen deren Neuland-Aussage beim Besuch von US-Präsident Omaba auf die Schippe nahm, ist der nächste prominente Politiker dran. Opfer des aktuellen Anzeigenmotivs ist kein Geringerer als Silvio Berlusconi. Der frühere italienische Ministerpräsident war vor wenigen Tagen im Ruby-Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Für ein Unternehmen wie Sixt, das dafür bekannt ist, aktuelle Affären in Rekordgeschwindigkeit für freche Eigenwerbung auszuschlachten, ist das Urteil freilich eine Steilvorlage. "7 Jahre einsitzen? 1 Tag zweisitzen!", lautet die Botschaft auf dem von Jung von Matt/Fleet in Hamburg entwickelten Werbemotiv, das heute in überregionalen Tageszeitungen wie "FAZ", "Süddeutsche Zeitung" und "Die Welt" sowie auf der Facebook-Seite von Sixt und im Sixt-Blog veröffentlicht wird.

Im Kleingedruckten macht sich Sixt über die Details der Affäre lustig. So erfahren die Betrachter des Motivs, dass sich Berlusconi seine siebenjährige Haftstrafe streng genommen sogar 4,5 Millionen Euro hat kosten lassen - das ist genau die Summe, die der italienische Ex-Premier für die Dienste der damals minderjährigen Prostituierten Ruby Rubacuori gezahlt haben soll. Direkt daneben steht dann die eigentliche Werbebotschaft: Für nur 143 Euro könne man bei Sixt einen ganzen Tag "zweisitzen", teilt die Autovermietung mit und bietet den Zeitungslesern in Form eines schicken Mercedes-Cabrio und dem Link zur Sixt-Website auch gleich ordentlich Kaufanreize.

Berlusconi war am Montag von einem Mailänder Gericht im Ruby-Prozess in erster Instanz verurteilt worden: Der italienische Ex-Premier soll sieben Jahre in Haft und darüber hinaus von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen werden. Berlusconi wurde für schuldig befunden, für Sex mit einer Minderjährigen bezahlt sowie sein Amt missbraucht zu haben.

Die Idee bei der Agentur hatte diesmal Thomas Heyen von Jung von Matt / Alster. Für die Kreation zeichnet Alexander Norvilas von Jung von Matt / Fleet, für Beratung Raphael Brinkert, Benjamin Wenke und Tobias Bock und für die Produktion Christian Will verantwortlich. Der Sixt-Etat wird bei Jung von Matt federführend von Dörte Spengler-Ahrens und Jan Rexhausen betreut. mas
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