35 Milliarden Euro Schaden durch Produktpiraten

Donnerstag, 04. September 2008
Motiv aus der Kampagne des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM)
Motiv aus der Kampagne des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM)

Produkt- und Markenpiraten verursachen den europäischen Konsumgüterherstellern jährlich einen Schaden von 35 Milliarden Euro. Das entspricht etwa zwei Prozent ihres gesamten Jahresumsatzes. Das geht aus einer aktuellen Studie von Ernst & Young hervor. Gemeinsam mit dem Markenverband haben die Wirtschaftsprüfer 27 Konsumgüterhersteller zu den Risiken und 2500 Verbraucher zu ihrem Umgang mit Plagiaten befragt. Rund zwei Drittel der befragten Firmen sind danach regemäßig Angriffen ausgesetzt. Allein im Jahr 2007 haben Zollbeamte der Europäischen Union mehr als 79 Millionen nachgeahmter und gefälschter Produkte aus dem Verkehr gezogen. Alle Hersteller erwarten hier einen weiteren Anstieg der Bedrohung.

Nicht ganz zu Unrecht. Angesichts gestiegener Preise, gewinnen die vermeintlichen Schnäppchen beim Verbraucher an Attraktivität. Jeder Vierte hat bereits Plagiate gekauft. Neun von zehn Konsumenten sehen durch den Kauf einer Fälschung ihr Ansehen bei Freunden und Verwandten nicht gefährdet. Was noch schwerer wiegt. Obwohl sich die Käufer möglicher Gefahren bewusst sind, greifen sie zu gefälschten Produkten.

67 Prozent der befragten Verbraucher rechnen mit Unfallrisiken. Schäden für ihre Gesundheit schließen 61 Prozent der Befragten nicht aus. Selbst die Tatsache, dass in die Fertigung und den Vertrieb der Plagiate kriminelle Banden verwickelt sind, hält 74 Prozent der Konsumenten nicht vom Kauf ab.

"Unsere Studie zeigt, dass Menschen ganz gezielt Plagiate kaufen, obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind", sagt Thomas Harms, Leiter der Branchengruppe Consumer Products bei Ernst & Young. Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes, fordert daher eine bessere Aufklärung der Verbraucher. "Das ist der entscheidende Hebel für die Bekämpfung der Produkt- und Markenpiraterie. Gerade jüngere Menschen müssen für das Thema senibilisiert werden." Ebenso fordern er und die befragten Unternehmen ein schärferes Strafrecht.

Um die Bundesbürger über die Gefahren von gefälschten Produkten zu informieren, startete Mitte Juli der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) in Berlin eine Kampagne gegen die Produktpiraten am Stuttgarter Flughafen gestartet. Die Wanderausstellung entwickelte die Hamburger Werbe- und Marketingagentur Economia gemeinsam mit der Hamburger Agentur für Live Kommunikation Mixundpartner. MIR
Meist gelesen
stats