15. Deutsche Sponsoringtage: Werner Klatten sieht Moral des Sports in Gefahr (inkl. Bildergalerie)

Donnerstag, 12. November 2009
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Werner E. Klatten, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, hat auf den 15. Deutschen Sponsoringtagen klare Worte gesprochen: „Wenn der Sport seine moralischen Probleme nicht in den Griff bekommt, prophezeie ich ein Ende der Wertschöpfungskette.“ Um weiterhin ganz oben in der Vermarktung und der Gunst der Sponsoren mitspielen zu können, müsse der Sport schauen, dass sein Produkt weiterhin attraktiv, begehrt und medienverwertbar bleibt. Dafür müsse er sich allerdings an „neue, ihm artfremde Verhaltensregeln halten“, so Klatten. Der Sport riskiere es, durch Doping, Diktatur und Korruption sein bislang wichtigstes Asset zu verlieren: seinen Spiel- und Wettkampf-Charakter nach fairen Regeln. Um seine natürlichen Charakterzüge zu behalten, müsse der Sport im magischen Dreieck von Medien und Wirtschaft mehr tun für seine Glaubwürdigkeit als andere Wirtschaftspartner. Sind diese nicht mehr vorhanden, wirkt sich das auf Zuschauerinteresse und Quoten aus. „Die Sportarten hängen mehr oder weniger am Tropf der Medien“, sagt Klatten.

Deutlich ist auch seine Meinung zum Sport im Pay-TV: Klatten schätzt die Chancen als „sehr gering“ ein, dass in Deutschland Abo-Fernsehen in dem Ausmaß funktionieren kann, wie es aus dem Ausland bekannt ist. „Wir werden hier nie mehr als drei Millionen Abonnements haben.“ Die Verantwortung dafür liegt laut Klatten im dualen Rundfunksysten, das den Wettbewerb zwischen den öffentlich-rechtlichen und den werbefinanzierten privaten Sendern „deutlich verzerrt“. jm
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